Städtischer Aktionismus stößt auf Widerstand

Der Stadtteil soll für Radfahrerinnen und Radfahrer sicherer werden

Radverkehr verbessern, aber bitte mit Blick auf einzelne Straßen, so lautete das oberste Gebot auf der Dezember-Sitzung der Bezirksvertretung. (Foto: AS)

(Ro./AS) Viel wurde in den vergangenen Monaten teils kontrovers diskutiert, wie man den Radverkehr im Stadtteil attraktiver gestalten kann, um einen Beitrag zur von vielen Stellen geforderten Mobilitätswende leisten zu können.
So verwundert es nicht, dass sich die Mitglieder der Ronsdorfer Bezirksvertretung am Dienstagabend ausführlich mit diesem Thema befassten.
Für besonderen Diskussionsbedarf sorgte eine Vorlage der Stadtverwaltung, die, so nannten es einige Teilnehmende der Sitzung, willkürliche Vorschläge zur Öffnung von Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung vorsieht.
Die Liste der Ronsdorfer Straßennamen in dem Schreiben der Stadtverwaltung ist lang und wurde entsprechend en detail von den Anwesenden besprochen.
Jürgen Köster von den LINKEN kritisierte, dass von der Stadt „von oben herab“ Freigaben der Einbahnstraßen für den gegenläufigen Radverkehr durch­gesetzt werden sollen, ohne, so wurde gemutmaßt, die Örtlichkeiten zuvor in Augenschein genommen zu haben. „So kann eine Mobilitätswende unmöglich für alle Verkehrsteilnehmer attraktiv gemacht werden“, lautete Kösters Fazit.
Ähnlich kritsch äußerte sich auch der CDU-Fraktionssprecher Dirk Müller: Einzelne Lösungen der städtischen Vorlage seien schlicht „lebensgefährlich“ für die radfahrenden Menschen im Stadtteil. Dabei scheine, so war man sich im Stadtteilparlament einig, der Vorschlag der Stadtverwaltung grundsätzlich gut gemeint.
„Insbesondere in steigungsintensiven Abschnitten steigern Abkürzungen die Attraktivität des Radverkehrs im Sinne des Schlüsselprojektes ,Wuppertal als Fahrradstadt 2025’“, so die Begründung in der Vorlage. Norina Peinelt vom zuständigen Ressort der Stadtverwaltung war zum Bedauern der Anwesenden nicht nach Ronsdorf gekommen, um sich der Debatte zu stellen. So sieht das Papier die Freigabe der Einbahnstraße in der Anemonenstraße vor. Hier sei, so die Auffassung der Bezirksvertretung, die Straße zu schmal für einen gegenläufigen Radverkehr.
Auch die Straße Am Markt, die als Verbindungsstraße zwischen der Staas- und der Marktstraße dient, sollte für den Radverkehr in beide Richtungen freigegeben werden. Dies sei aber unter anderem aufgrund der schräg angelegten Parkplätze zu riskant und berge ein hohes Unfallrisiko. Ähnliches gelte für den unteren Teil der Elias-Eller-Straße und der Kratzkopfstraße. Hier habe man sich aufgrund der engen Verhältnisse erst kürzlich dafür eingesetzt, dass die Straße nur von LKW bis 7,5 Tonnen genutzt werden darf. „Ich möchte mir nicht vorstellen, dass hier ein Radfahrer dem Autoverkehr begegnet“, so Dirk Müller in seinem Statement zum Vorschlag der Stadtverwaltung. Einmal mehr stand auch die Öffnung der Hordenbachstraße auf der Agenda und wurde erwartungsgemäß von den Bezirksvertreterinnen und Bezirksvertretern abgelehnt. Die Freigabe der Kocherstraße zur Lüttringhauser Straße als Abkürzung stieß ebenfalls auf Kritik und wurde vom Stadtteilparlament abgelehnt.
Relativ einig waren sich die Teilnehmenden der BV-Sitzung auch darüber, dass die Anträge für die Marktstraße, die Remscheider Straße, die Staasstraße und die Lüttringhauser Straße abgelehnt werden. In diesen Punkten entsprachen sie der städtischen Vorlage. Auch der Freigabe für den Radverkehr in der Goldlackstraße, der Otto-Kreitz- und der Resedastraße wurde nicht zugestimmt. Gleiches gilt für die Idee, einen Teil des Engelbert-Wüster-Weges für Radfahrende freizugeben.
Unterm Strich lässt sich festhalten, dass die Ronsdorfer Bezirksvertretung zwar für eine Förderung des Radverkehrs im Stadtteil ist, allerdings nicht um jeden Preis. Vorschläge, die zu Lasten der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden gehen, stoßen auf wenig Gegenliebe im Stadtteil.

 

Weihnachten kann kommen

Altenheim Friedenshort freut sich über festliche Dekoration

Das Altenheim am Friedenshort präsentiert sich dank der Unterstützung von Opernsängerin Elena Fink (li.), Soroptimisten-Club-Präsidentin Doris Andernach-Schröder (mi.) in besonders festlichem Gewand. Friedenshort-Einrichtungsleiterin Claudia Henze (re.) dankt den Initiatorinnen der Aktion „Alter in Würde“.  (Foto: AS)

(Ro./AS) Elena Fink war bis 2014 Ensemblemitglied der Wuppertaler Bühnen. Als „Königin der Nacht“ begeisterte sie ihr Publikum in der Semperoper in Dresden oder der Staatsoper Hamburg. In dieser Woche besuchte Fink als Botschafterin des Soroptimistenclubs das Christliche Altenheim am Friedenshort. Bei ihr war Doris Andernach-Schröder, Präsidentin im Soroptimistclub Wuppertal. In einem auf zwei Jahre angelegten Projekt unter dem Titel „Alter in Würde“ unterstützt der Club die Einrichtung. „Unser Projekt zielt darauf ab, die Bewohner*innen, die nur über ein kleines Taschengeld verfügen, zu unterstützen“, erläutert Andernach-Schröder. Und der Bedarf ist durchaus vorhanden, sei es ein Frisörbesuch, die anstehende Fußpflege oder der Besuch in der Cafeteria der Einrichtung. „Es geht uns um Würde und Wohlbefinden der Bewohner*innen“, erklärt Elena Fink.
Oft genug reicht das Taschengeld nicht aus, denn Dinge wie eine neue Brille, Schuhe oder beispielsweise ein Nachthemd sind wichtiger. Und genau hier setzt die Unterstützung an. Doch auch die Hilfe muss sich an die aktuell nicht einfache Situation anpassen, wie Doris Andernach-Schröder verdeutlicht: „Eigentlich hatte sich der Vorstand vorgenommen, den Bewohner*innen des Altenheims ein gemütliches Advents-Kaffeetrinken auszurichten.“ Doch daraus wurde nichts, denn angesichts der Corona-Situation entschloss man sich dazu, den Bewohnerinnen und Bewohnern lieber eine neue, weihnachtliche Tischdekoration zu spendieren, die den Menschen in der Einrichtung Freude über viele Wochen machen soll.
Einrichtungsleiterin Claudia Henze konnte stellvertretend für das Team und die Bewohnerinnen und Bewohner die neue Dekoration im Wert von 500 Euro entgegennehmen. „Wir freuen uns sehr über die Unterstützung des Soroptimistclubs, denn unsere alte Weihnachtsdeko war in die Jahre gekommen“, so Henze. Jetzt wird der Besuch in der Cafeteria also besonders stimmungsvoll. Das Gesamtvolumen der Unterstützung für das Altenheim am Friedenhsort beläuft sich auf insgesamt 10.000 Euro und soll den Menschen überall dort helfen, wo der Schuh drückt.

 

Besenreine Übergabe

Flüchtlingsunterkunft auf Saalscheid

Rund 240 Flüchtlinge leben derzeit in der Unterkunft am Saalscheid. Sie werden jetzt ausquartiert. (Archivfoto: AS)

(Ro./AS) Grundsätzlich gilt: Wer eine Immobilie an einen Nachfolger übergibt, hat für eine „besenreine“ Übergabe zu sorgen. Etwas schwieriger wird die Sache, wenn das Objekt beim Wechsel des Betreibers bewohnt ist – so wie die Ronsdorfer Flüchtlingsunterkunft am Saalscheid: Derzeit sind hier von der Bezirksregierung rund 240 Menschen untergebracht. Die sollen zum Jahresende ihre Unterkunft verlassen, denn der Betreibervertrag zwischen der Bezirksregierung Düsseldorf und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) endet mit dem Jahreswechsel. Dann wird das Kolpingwerk die Einrichtung führen. Dies sei, so eine Sprecherin des Kolpingwerkes, durchaus üblich, denn „die Betreuungsdienstleistung für geflüchtete Menschen wird regelmäßig neu ausgeschrieben.“ Zur Übergabe der Immobilie muss das Objekt geräumt sein, denn die Einrichtungsgegenstände sind Eigentum des jeweiligen Betreibers. Das bedeutet, dass das Kolpingwerk große Teile des Mobiliars mitbringen wird. Die Bewohnerinnen und Bewohner werden nun – wie im Asylverfahren üblich – verschiedenen Kommunen zugewiesen, wobei Wohnort-Wünsche wegen familiärer Bindungen berücksichtigt werden. Die weitere Unterbringung liegt dann in Händen der jeweiligen Kommune.
Die Flüchtlinge aus dem  Saalscheid sollen bis 23. Dezember das Haus verlassen haben. Bereits am 8. Januar öffnet die Flüchtlingsunterkunft unter dem neuen Dienstleister wieder ihre Pforten und es werden dann neue Flüchtlinge im Saalscheid erwartet.

 

Letzter Spieltag vor Winterpause

TSV Ronsdorf empfängt SSV Bergisch Born

Gegen das dichte Abwehrbollwerk von Marathon Remscheid waren Distanzschüsse ein probates Mittel, um zum Erfolg zu kommen. Zum Schluss stand allerdings ein eher unerwartetes 3:3 als Endergebnis fest. (Foto: db)

(Reg./PK) Auch im dritten Aufeinandertreffen innerhalb von vier Monaten konnte der FC Remscheid den Angstgegner SV 09/35 Wermelskirchen nicht besiegen und unterlag im Kreispokal mit 1:3-Toren. In der Landesliga ergatterte der FCR bei DJK Arminia Klosterhardt immerhin einen Auswärtspunkt (1:1).
Am letzten Spieltag vor der mehr als zweimonatigen Winterpause steht ein Heimspiel für die Röntgenstädter an. Am Sonntag um 14.15 Uhr wird die Partie gegen den SV Burgaltendorf im Röntgenstadion angepfiffen. Das Essener Team ist ebenso im Mittelfeld der Liga platziert wie der Gastgeber, so dass eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe ansteht.
Auch der TSV 05 Ronsdorf konnte einen Auswärtspunkt mitbringen. In einer turbulenten Begegnung beim VfB Marathon Remscheid stand es am Ende 3:3-Unentschieden.
Am Sonntag steht ein echtes Spitzenspiel auf dem Programm der Bezirksliga: Die Zebras sind Gastgeber gegen den SSV Bergisch Born, der als Tabellenvierter eine sehr gute Saison spielt und nur unwesentlich schlechter dasteht als der Hausherr. Die Begegnung beginnt um 14.00 Uhr in der Waldkampfbahn an der Parkstraße.
SSV Germania 1900 schlug sich gegen den Spitzenreiter DJK Adler Union Frintrop mehr als achtbar und unterlag der Übermannschaft der Liga nach harter Gegenwehr nur knapp mit 1:2-Toren. Das Fußballjahr könnte dennoch mit einem Erfolg für die Germania enden, denn der Gegner am Sonntag ist der Tabellenletzte, die SSVg 09/12 Heiligenhaus, die erst fünf Pünktchen gesammelt und auf eigenem Geläuf auch noch keine Bäume ausgerissen hat. Die Germania sollte im gesicherten Mittelfeld überwintern können.
In der Kreisliga A musste sich die Zweite des TSV Ronsdorf mit einem Punkt begnügen. Der Gast, der TSV Beyenburg, erwies sich als starker und unbequemer Gegner, so dass man sich am Ende mit einem 1:1 trennte. Als Tabellenfünfter tritt die Ronsdorfer Reserve nun beim SV Heckinghausen an, dem Tabellensiebten. Drei Punkte zum Jahresabschluss stünden den Kickern von Trainer Sven Kaiser ohne Frage gut zu Gesicht.
Schwere Zeiten macht der SV Jägerhaus-Linde durch. Nach der mit 0:4-Toren deutlich ausgefallenen Niederlage gegen TuS Grün-Weiß Wuppertal finden sich die Linder mitten im Abstiegskampf wieder.
Der SSV Sudberg 07 ist Gastgeber für die letzte Partie im Jahr 2021. Der Hausherr ist Tabellensechster, was eine erneut schwere Aufgabe für die Linder bedeutet. Sie können die Winterpause deutlich gebrauchen.
Für fast drei Monate wird in den Amateurligen nicht gespielt. Die ersten Partien in Landes-, Bezirks- und Kreisligen sind für den 6. März 2022 angesetzt.

 

Klarer Baskets-Sieg

Im Heimspiel der SW Baskets in der Halle Blutfinke gelang gegen den Leichlinger TV ein ungefährdeter Sieg mit 81:49 Punkten. Die Baskets konnten einige spektakuläre Körbe erzielen, wie hier beim Dunking, der auch entsprechend bejubelt wurde.  (Foto: db)

Mit einem wahren Start-Ziel Sieg holt sich die 1.Herren den Spitzenplatz in der 2. Regionalliga und bleibt auch im vierten Spiel der Saison ungeschlagen. Mit einem 11:0-Run und einem 25:6-Vorsprung nach dem ersten Viertel machte die erste Fünf um Keßen, Urspruch, Cox, Wierig und A. Abdiwahid gleich klar, wohin die Reise gehen soll und ließ keinen Zweifel am Ausgang des Spiels.
Über ein 40:8 ging es mit 47:16 in die Halbzeitpause. Die Gäste waren überfordert mit der Intensität der Südwestler und das Ergebnis hätte durchaus noch deutlicher ausfallen können.
Die zweite Halbzeit konnte ausgiebig zur Rotation genutzt werden und Trainer Shaladi hatte Gelegenheit, einige Dinge zu testen. Am Ende gab es einen klaren 81:49-Erfolg im Heimspiel. Am kommenden Samstag geht es zum Derby beim Nachbarn aus Schwelm. Eine schwere Auswärtsaufgabe. Auch wenn die Schwelmer noch ohne Punktgewinn sind, so können sie regelmäßig auf die Verstärkung junger Spieler aus ihrem Profikader der Pro B zurückgreifen.
Für Südwest im Einsatz: Keßen (21), Urspruch (9), Möbes (9), Azzouz (4), Omorodion (14) Cox (3), A.Abdiwahid (8), M.Abdiwahid, Wierig (12), Zimmermann (1), Nick.