Wer die Bürgerinitiative L 419 unterstützen möchte, näheres auf der Homepage:

www.buergerinitiative-l-419-keine-autobahn-durch-ronsdorf.de

Ronsdorfer holen das  Beste aus dem Kakao

Julian Kratz hat eine Vision für ein nachhaltiges Erfrischungsgetränk

Julian Kratz, Jule Lucia und Björn Ten Eicken (v.l.n.r.) holen den Saft der Kakaofrucht aus Ghana ins Bergische Land. (Foto: AS)       

(Ro./AS) Dass Kakao nicht zwangsläufig nach Schokolade schmecken muss, möchte Julian Kratz seinen Kunden nachhaltig unter Beweis stellen. Der 30-jährige Ronsdorfer hat sich mit der Kakaopflanze auseinandergesetzt und ist längst im Thema: In Kürze bietet er anspruchsvollen Genießern mit einem Bewusstsein für Nachhaltigkeit Kakaofruchtsaft an. Dabei wird der Saft aus dem Fruchtfleisch gewonnen.
Eigentlich ist er Erzieher., ausgebildet und studiert. Doch neben seinem Beruf sprüht Julian Kratz vor Ideen. Wenn man mit diesen Ideen noch etwas in Sachen Nachhaltigkeit tun kann – umso besser.
„Die Kakaoschote besteht aus einer dicken Schale, die das Innere schützt. Die Bohnen der Kakaofrucht machen in Ghana rund 25 Prozent aus. Das Fruchtfleisch beträgt weitere 25 Prozent und der Rest ist Schale. Dank der Verwertung des Kakaofruchtfleischs wird die Verwendung eines bestehenden Naturprodukts gefördert und gleichzeitig der ökologische Fußabdruck verringert“, beschreibt Kratz. So kam dem pfiffigen Ronsdorfer die Idee, aus dem Fruchtfleisch der Kakaopflanze – eigentlich einem Abfallprodukt – Fruchtsaft zu gewinnen. Der in Ghana gewonnene Saft wird in der Schweiz in Flaschen abgefüllt und ins Bergische Land verschickt. Hier erhofft sich Julian Kratz zahlreiche Fans für sein Getränk, das erfrischend nach Mango oder Litschi schmeckt und so gar nichts von der klassischen Vorstellung eines Kakao-Getränks hat.
Dabei ist Kratz nicht alleine, denn tatkräftige Unterstützung bekommt er von Jule Lucia und Björn Ten Eicken: Als er den Freunden von seiner fixen Idee berichtete, waren die beiden sofort Feuer und Flamme. So musste er die freischaffende Künstlerin Jule Lucia nicht lange bitten, ihm ein ansprechendes Logo für das innovative Produkt zu zeichnen. Die medienbegeisterte 27-Jährige malte ihm eine Kakaopflanze – ganz old school – mit Acryl auf eine Leinwand. „Nachdem Julian mit dem Entwurf zufrieden war, habe ich das Bild digitalisiert“, so Lucia. „Jetzt steht es uns in allen denkbaren Größen für Etiketten, Flyer und Website zur Verfügung.“
Björn Ten Eicken ist nach eigenen Angaben das „Mädchen für alles“: Er hilft Julian Kratz,  wo immer es geht, so auch beim Etikettieren der ersten 4.000  Flaschen, die in diesen Tagen in Ronsdorf angekommen sind. Zusammen sind die Jungs aber auch kreativ, wie ein neues Projekt in Sachen Marketing beweisen soll: Sie arbeiten derzeit an einem „Stop Motion“-Filmclip über ihr nachhaltig geprägtes Produkt. 
Apropos Nachhaltigkeit: Mit der Verwertung eines „Abfallproduktes“ (neudeutsch: Foodwaste) möchten die Ronsdorfer Jungunternehmer auch die Bauern in Ghana unterstützen: Pro verkaufter 250-ml-Flasche des Kakaosaftes erhalten die Bauern zehn Cent. Und auch künftig will man noch mehr tun: Bis zum kommenden Jahr soll die Verarbeitung komplett auf erneuerbare Energien umgestellt werden.  Wenn das Endprodukt dann noch schmeckt und viele Freunde im Bergischen Land findet, umso besser für die drei Jungunternehmer aus Ronsdorf.

 

Die Suche nach dem „Deja“-Stein

Kreative Ideen sollen dem Kult-Club auf die Sprünge helfen

Stefan Utzelmann und Birgit Allendorf (re.) hoffen darauf, bald wieder für gute Stimmung im „Deja“ sorgen zu
können. (Archivfoto: AS)

(Reg./AS) Es ist ruhig geworden um das „Deja“, dem kultigen Club an der Grenze zwischen Ronsdorf und Lüttringhausen. Pandemiebedingt sind die beiden Betreiber, Stefan Utzelmann und Birgit Allendorf, dazu verdammt, die Pforten – noch – geschlossen zu halten. „Wir dürfen laut den Verordnungen noch nicht öffnen – der Betrieb von Diskotheken ist bis auf Weiteres untersagt“, bedauert Stefan Utzelmann. Nur private Feiern mit bis zu 50 Personen seien gestattet. Derzeit prüfen die Inhaber, wie sie solche Veranstaltungen umsetzen können.
Bis man wieder Gäste im „Deja vü“ begrüßen darf, setzt man auf Kundenbindung – und zeigt sich dabei kreativ: In der Region sind drei kunstvoll bemalte „Deja“-Steine versteckt. Wer sie findet, bekommt sobald wie möglich für sich und eine Begleitperson freien Eintritt im „Deja“. Und: „Sobald wir wieder komplett öffnen dürfen, starten wir mit zwei Events“, verrät Stefan Utzelmann. „Wir planen dann freitags mit einer Band und Live-Musik und samstags mit einer ,All DJ’-Party.“ Also: Augen auf bei Suche nach den „Deja“-Steinen!

 

Eine Stadt verzichtet auf ihr Wahrzeichen

Wuppertal muss ein Jahr lang ohne die Schwebebahn auskommen

Die Probleme an den Radreifen der neuen Bahnen sollen auch die neuen Schienen beschädigt haben. Fotos: AS)

(W./AS) Die Liste der Mängel an den neuen Bahnen ist lang. Sie umfasst gut zweihundert Fehler, die seit der Indienststellung der neuen himmelblauen Schwebebahnen im Jahr 2014 dokumentiert worden sind: Softwareprobleme, Türen die nicht schließen und die Berührung eines Zuges mit dem Gerüst – und zuletzt die fehlerhaften Laufräder der Bahn, die sogar die neuen Schienen in Mitleidenschaft ziehen. Seit geraumer Zeit gibt es eine eingeschränkte Betriebserlaubnis, mit der Wuppertals Wahrzeichen mit maximal 40 Stundenkilometern unterwegs sein darf. Damit entfernt sich die Schwebebahn meilenweit von der angestrebten erhöhten Taktfrequenz.
„Für Wuppertal ist das ein Tiefschlag, denn die Schwebebahn ist für uns Wuppertaler eine Herzensangelegenheit“, sagt Oberbürgermeister Andreas Mucke. Die Bahn sei das Wahrzeichen der Stadt und ihr Hauptverkehrsmittel. „Sie ist unsere Pulsader und steht für das Lebensgefühl unserer Stadt“, so Andreas Mucke. Der Oberbürgermeister verlangt nach kurzfristigen Lösungen, die auch einen umfassenden und reibungslosen Schwebebahnersatzverkehr beinhalten. Den Mitarbeitern der Schwebebahnwerkstatt und des Fahrbetriebs dankt der Oberbürgermeister für ihren Einsatz in den vergangenen Jahren und in der nächsten Zeit, weil die ganze Last der Krise auf ihren Schultern ruht. Denn sie sind es, die die Wagen reparieren und den Ersatzverkehr abwickeln müssen.
„Die Geschichte der Anschaffung und des Einsatzes der neuen Schwebebahnwagen ist gekennzeichnet durch eine leidvolle Kette von teils schwerwiegenden Problemen“, kritisiert Dirk Kanschat von der CDU-Fraktion. Man stelle in diesen Tagen einen Vertrauensverlust der Wuppertaler Bürger in die WSW fest. Die CDU-Fraktionsvorsitzenden haben deshalb vorgeschlagen, zur Klärung der Umstände einen Sonderausschuss des Rates einzusetzen. Eine Zwangspause, die wohl menschlichem Versagen geschuldet war, ereignete sich Mitte der Woche im Bahnbetrieb: Ein Mitarbeiter hatte bei der Unkrautbekämpfung  einen Kabelbrand ausgelöst, der zu einem einen gut fünfstündigen Ausfall führte. Zur unfreiwilligen Schwebebahnpause haben die Wuppertaler Stadtwerke eine Hotline eingerichtet. Seit Dienstag gibt es unter der Rufnummer (02 02) 569 - 52 52 Informationen rund um den Schadensfall und seine Auswirkungen. Auskünfte gibt es montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr.

 

Shaladi neuer Coach bei Südwest

Sven Tomanek übergibt den Staffelstab an Nachfolger

(Ro./Red.) Der 35-jährige Majdi Shaladi ist in Hamburg aufgewachsen und hat in seiner Trainerlaufbahn unter anderem Schwarz-Weiß Essen, die Hertener Löwen sowie die Eisbären Bremerhaven trainiert. Damit bringt Shaladi Erst- und Zweitliga-Erfahrung mit nach Wuppertal. In Bremerhaven war er zudem als sportlicher Leiter für das Internat der Eisbären verantwortlich und hat dort mit Nachwuchstalenten im Alter von 15 bis 19 Jahren gearbeitet. Dies passt genau in das Konzept auf den Südhöhen, denn auf viele junge Talente setzt auch Südwest bereits seit Jahren im Seniorenbereich. „Ich entwickle sehr gerne junge Spieler, und das ist auch der Leitgedanke in Wuppertal. Deshalb habe ich mich schnell für das Projekt bei Südwest entschieden und möchte gerne drei bis fünf Jahre im Verein bleiben und die Jugendleistungsschiene weiter ausbauen und formen“, formuliert Shaladi seine Pläne. Zuletzt war der 35-Jährige, der aktuell in Essen wohnt, für ein Jahr beim Südwest-Kooperationspartner der letzten Spielzeit, den ART Giants Düsseldorf, als Trainer der U19-Bundesliga-Mannschaft aktiv und arbeitete bereits dort mit Sven Tomanek im Trainerteam zusammen. So entstand früh der Kontakt nach Wuppertal.
„Für uns ist seine Verpflichtung ein absoluter Glücksfall. Majdi bringt sehr viel höherklassige Erfahrung, besonders im Umgang mit jungen Spielern, mit und geht sehr individuell auf jeden ein“, zeigte sich der bisherige Coach der Regionalliga-Herren Sven Tomanek begeistert. Tomanek wird in Zukunft weiterhin als sportlicher Leiter des Programmes fungieren und selbst noch einmal die Schuhe schnüren.
Ansonsten wird der Kader der Südwestler sehr ähnlich wie in der letzten Spielzeit bleiben und punktuell ergänzt. Einzig der Abgang von Youngster Finn Pook in die zweite Bundesliga (ART Giants Düsseldorf) schmerzt, doch ist die Freude auch groß, dass der erst 16-Jährige so früh die Chance im profesionellen Basketball bekommt. Peter Marinkovic, der in der vergangenen Saison aufgrund der Verletztenmisere nochmal aushalf und Südwest unglaublich wichtige Impulse im Kampf gegen den Absteig gab, wird seine Basketballschuhe wieder an den Nagel hängen. Mit Comebacker Manuel Keßen (nach einem Jahr Pause nach Verletzung) steht der erste Neuzugang bereits fest. Der neue Coach freut sich bereits auf die Zusammenarbeit mit einem der größten Wuppertaler Talente der letzten Jahre. Weitere Bekanntgaben von Neuzugängen werden folgen. Südwest testet derzeit einige Probespieler sowohl für die Regionalliga als auch für die aufgestiegene Oberliga-Reserve.
Mit Blick auf den Saisonstart im Oktober bleiben dem neuen Trainer und dem Team noch knapp vier Monate, um die neue Spielphilosophie im Team zu etablieren. Shaladis Ziel: Sehr schnellen, entscheidungsorientierten Basketball spielen zu lassen – situativ nach dem Ball gerichtet, ohne die klassischen Systeme zu laufen. Bei Regionalligist Südwest Baskets Wuppertal weht seit dem Trainingsstart Anfang Juni somit ein frischer Wind. In der neuen Saison der 2. Regionalliga werden 14 Teams vertreten sein, nur zwei werden nach neuer Regelung absteigen. Vorläufiger Kader Südwest Baskets Saison 2020/21
Guards: Lennart Urspruch, Marko Lovric, Alexander Prahm, Lasse Nick, Luca Ferreira Hohensee, Niklas Cox
Forwards: Anton Zraychenko, Christopher Dahm, Gregory Ekong, Sven Tomanek, Abdi Abdiwahid, Justus Bausch
Center: Brahim Azzouz, Manuel Keßen, Michel Kremer
Saisonstart am 31.10.2020 mit zwei Knallerderbys zu Beginn. Durch die neue Ligeneinteilung, bei der nun auch Nachbar Schwelm zusammen mit Südwest und dem Barmer TV in einer Gruppe ist, kommt es nach dem vor kurzem veröffentlichten Spielplan gleich zu zwei Heimderbys und einem Topspiel gegen den Favorit der Liga aus Essen in den ersten drei Heimspielen der Südwestler. Folgende Termine in der Halle an der Ronsdorfer Blutfinke können sich die Wuppertaler Basketballfreunde schon einmal merken: 31. Oktober, Südwest – RE Baskets Schwelm; 14. November, Südwest – ETB Wohnbau Miners und 28. November, jeweils um 20 Uhr, Südwest – Barmer TV.
Bis dahin dürfen die Zuschauer hoffentlich auch wieder in der Halle mitfiebern.
Der neue Trainer Majdi Shaladi setzt dabei in der kommenden Saison auf eine super Atmosphäre und das große Potenzial in der jungen Mannschaft.