Stolpersteine sollen gegen das Vergessen helfen

Internationaler Gedenktag für die Opfer des Holocaust auch in Ronsdorf

Mehr als 70.000 solcher Stolpersteine hat der Künstler Gunter Demnig seit 1992 verlegt. Sie sollen auf die letzten Wohnorte von Opfern des Faschismus hinweisen. Auch in Ronsdorf sind diese kleinen Mahnmale an verschiedenen Stellen zu finden. (Foto: AS)

(Ro./AS) Sie sollen zum Innehalten anregen – und zum Nachdenken: Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Seit 1992 verlegt er in ganz Deutschland kleine, im Pflasterboden der Gehwege eingelassene Gedenktafeln vor Häusern, in denen früher Menschen lebten, die der Willkür des NS-Regimes zum Opfer fielen.
Diese sogenannten Stolpersteine sollen an die Schicksale der Menschen erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert, vertrieben oder ermordet wurden.  Auch in 26 weiteren europäischen Ländern wurden Stolpersteine verlegt. Mit mehr als 70.000 Exemplaren in ganz Europa gelten die Stolpersteine als das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Die Intention von Gunter Demnig ist, fernab der zentralen Gedenkstätten die „Tatorte der Deportation“, die oft in dicht besiedelten Gegenden liegen, in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen.
Ronsdorfer Lokalpolitiker-*innen hatten sich damals dafür eingesetzt. An inzwischen sieben Orten sind 14 Stolpersteine von Demnig im Stadtteil zu finden.
Im November 2012 wurden auf Initiative von  Christa Stuhlreiter und dem damaligen Bezirksbürgermeister Lothar Nägelkrämer vor dem Haus an der Lüttringhauser Straße 6  die ersten Steine verlegt. Damals waren zahlreiche Schülerinnen und Schüler gekommen, um der Verlegung der ersten Stolpersteine in Ronsdorf beizuwohnen. Sie erlebten eine Geschichtsstunde der besonderen Art. In seiner Rede verurteilte Nägelkrämer seinerzeit jede Form von Terror und Rassismus. „Weil die deutsche Vergangenheit gezeigt hat, wie grausam Menschen mit Menschen umgehen können, rufe ich zu Toleranz gegenüber jedermann auf“, sagte er damals in seiner Rede.
Noch immer sind die messingfarbenen Stolpersteine Mahn­male einer dunklen Epoche. Weiterhin erinnern sie an die Gräueltaten im Dritten Reich.
An diesem Donnerstag rückten die Stolpersteine im Quartier erneut ins Licht der Öffentlichkeit: Der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts erinnert traditionell an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee im Jahr 1945. Weltweit wird seitdem der Opfer gedacht.
Das war Anlass für den Ronsdorfer SPD-Ortsverein, sich auf Spurensuche zu den von Gunter Demnig verlegten Stolpersteinen zu begeben.
Ein Mensch, der sich wie kaum ein anderer in der Ronsdorfer Geschichte auskennt, ist Günter Urspruch. Er begleitete den Rundgang und berichtete seinem Publikum detailliert über das dunkelste Kapitel in der Geschichte des Stadtteils. Sichtlich bewegt unternahm Urspruch eine Zeitreise in die Vergangenheit und zu den tragischen Schicksalen all derer, die im Dritten Reich unter dem Regime zu Tode kamen. So berichtete er an der Elias-Eller-Straße über die Deportation der Familie Löwenthal und deren Verbindungen zur ersten Ronsdorfer Badeanstalt, die seinerzeit von Privatpersonen gebaut wurde und erst später in den Besitz der Stadt Ronsdorf überging.
Günter Urspruch berichtete, dass all jene, die in ein Konzentrationslager gebracht wurden, selbst für die Fahrtkosten aufkommen mussten. Eine perfide Vorstellung! Und so ließ Urspruch eine sichtlich mitgenommene und sehr nachdenklich gewordene Teilnehmerschaft zurück. Alle waren sich einig, dass diese Gräueltaten niemals in Vergessenheit geraten dürfen. Die von Günter Demnig in Ronsdorf verlegten Stolpersteine tragen ihren Teil dazu bei, jeder Art von Rassismus eine Absage zu erteilen.

 

Live-Jazz in Corona-Zeiten

Vater (Posaune) und Sohn (Piano) brillieren als Duo

Das Jazz-Duo Ludwig und Benyamin Nuss begeisterte die Gäste. (Foto: Nek)

(Nek) Küster Jürgen Kammin, selber Posaunist, konnte am Sonntagnachmittag mehr als 30 Besucher zum Konzertauftakt in der evangelischen Kirche in Lüttringhausen begrüßen. Unter hohen Hygieneauflagen konnte dieses Konzert wirklich „live“ stattfinden.
Die beiden Musiker gehören zur Spitzenklasse der deutschen Jazz-Szene. Vater Ludwig Nuss (61) ist Lead-Posaunist der Big Band des WDR Köln, eine herausragende und gefragte Persönlichkeit als Jazz-Posaunist. Sohn Benyamin Nuss (33) ist erfolgreicher Pianist und Komponist und spielt nur zu gerne live auch in Lüttringhausen. Das Duo war bereits 2019 in der evangelischen Kirche zu Gast.
„In diesen Pandemiezeiten haben wir nur wenige Konzerte spielen können.“ So fasste   Benyamin Nuss seine Befindlichkeit am Ende der Vorstellung zusammen. Dann bedankte der Musiker sich beim Publikum mit den Worten: „Man merkt, was einem gefehlt hat, wenn man wieder vor Menschen musiziert. So wie heute.“
Er und sein Vater Ludwig hatten über eine Stunde lang Jazz vom Feinsten in der evangelischen Kirche in Lüttringhausen geboten. Das Zusammenspiel von Klavier und Posaune ließ bei den Zuhörerinnen und Zuhörern große Be-geis­terung aufkommen.
Mit ihren zum Teil selbstkomponierten Stücken und Balladen gestalteten Benyamin und Ludwig Nuss ihr erstes gemeinsames Konzert 2022 im musikalisch engagierten Lüttringhausen.
Gab es im Vorfeld gespannte Erwartungen an dieses Konzert, so wurden diese bestens erfüllt. Das Wechselspiel zwischen Klavier (Flügel) und Posaune war durchsetzt von brillanten Improvisationselementen. Die Zuhörer*innen konnten bewundern, wie hervorragend aufeinander abgestimmt dieses Duo musizierte.
Das in der Zugabe gespielte furiose Solo von Ludwig Nass beendete ein Jazz-Konzert, für das man gerne die Hygienemaßnahmen auf sich nahm.

 

Wuppertals Grundschulen hissen weiße Flaggen

Pflegepersonal ist weiterhin auf der PCR-Prioritätenliste – die Schulen nicht

Die Idee, PCR-Tests an den Grundschulen von der Prioritätenliste zu streichen, stieß erwartungsgemäß auf wenig Gegenliebe an den Schulen. Zum Protest wurde weiß geflaggt. (Foto: AS)

(Ro./AS) Die Sorgen sind durchaus berechtigt: Eine um mehr als fünfzig Prozent höhere Auslastung der Krankenhäuser in NRW lässt nichts Gutes vermuten, und so lud Ministerpräsident Hendrik Wüst am Mittwoch zu einer Sondersitzung des Landtages ein.
Grund war ein Hilferuf der Labore, die beim Land unter Vertrag stehen und nach den aktuellsten Entwicklungen längst „am Anschlag angekommen sind“, wie es gestern dazu hieß. Kurzfristig hatte die Landsregierung Mitte der Woche deshalb die PCR-Testungen priorisiert. Beschäftige aus dem medizinischen oder pflegerischen Bereich stehen nach wie vor auf der Priorisierungsliste – Kinder in Kitas und Grundschulen hingegen nicht mehr. Die daraus resultierende Veränderung der Teststrategie sorgt seit Mittwoch für Ärger bei Eltern und dem Lehrpersonal.
Dennoch: „Die Labore mussten wegen des enormen Anstiegs des PCR-Test-Aufkommens kapitulieren“, bedauert Wuppertals Schuldezernent Dr. Stefan Kühn. Aus diesem Grunde habe das Land die Neuregelung umgesetzt  und so für eine zusätzliche Belastung an den Kindertagesstätten und Grundschulen im Land gesorgt.
Wegen der aktuellen Entwicklungen hat NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer am Dienstagabend das veränderte  Testverfahren angeordnet:
Sollten die bisher üblichen Lollitests, die in einem Poolverfahren umgesetzt wurden, positive Ergebnisse aufweisen, stehen Lehrerinnen und Lehrer in der Pflicht, die Kinder am Folgemorgen einem Schnelltest zu unterziehen. Alternativ könne auch ein negativer und aktueller Bürgertest vorgelegt werden, um das Kind weiterhin am Unterricht teilnehmen zu lassen, so die Ministerin.
Nach Angabe des Schulpersonals eine enorme Belastung, die am Mittwoch dazu führte, dass die Grundschulen im gesamten Stadtgebiet die „weiße Flagge“ gehisst haben. Auch an den Ronsdorfer Grundschulen weh­ten weiße Fahnen als symolischer Hilferuf. Besorgniserregend sei nach Auffassung von Stefan Kühn auch der Umstand, dass sich zunehmend kleine Kinder an der leicht ansteckenden Omikron-Variante infizieren. Die Impfquote sei bei Kindern derzeit noch sehr gering, das Risiko einer Ansteckung entsprechend groß.
Aktuell sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums rund 80 Prozent der Pooltests negativ.
Trotz dieser aktuellen Entwicklungen hält Ministerin Gebauer weiterhin am Präsenzunterricht fest bei „gleichzeitig bestmöglichem Infektionsschutz“, wie die Ministerin betont. Nun sei es Sache des Bundes, die Laborkapazitäten zu vergrößern, heißt es aus Düsseldorf.

 

Team hat tolle Reaktion gezeigt

Süd West Baskets nach erster Niederlage gut erholt

Und wieder ein Korb für die Süd West Baskets (blaues Trikot), die diesmal sehr effektiv punkteten. (Foto: db)

(Ro./Red.) Am vergangenen Wochenende ging es gegen den Tabellendritten TG Stürzelberg. Ein sehr erfahrenes, eingespieltes Team mit reichlich Erfahrung um die Routiniers Missbach, Lange und Schermeng. Den Baskets gelang ein guter Start mit 15 zu 5 Punkten. Sehr auffällig spielten dabei Manu Moebes und Manu Kessen, die immer wieder den Korb attackierten, und das Tempo forcierten.
Eine gute Defense führte zu vielen Breaks, die gut abgeschlossen werden konnten und in schnelle Punkte umgemünzt wurden. Folgerichtig stand ein beruhigender 40:23-Punktestand zur Halbzeit im Spielbericht.
Nach der Halbzeitpause  wollten die Jungs genau so weiter machen. Und es gelang ihnen, das Niveau in der zweiten Hälfte trotz vieler Wechsel halten zu können.
Am Ende eine richtig gute Reaktion auf die knappe Niederlage gegen Düsseldorf in der Vorwoche und ein wichtiger 83:74-Erfolg gegen die TG Stürzelbach..
Nun geht es am kommenden Wochenende nach Kamp-Lintfort. Das Team hat zur Zeit einen sehr starken Lauf und ist in der Tabelle auf dem Weg nach oben. Eine Aufgabe, die sehr gefährlich werden kann.
Gegen Stürzelbach spielten: Manuel Kessen 12 Punkte,  Lennart Urspruch 16 Punkte, Manu Moebes 28 Punkte, Maceo Gulich 0 Punkte, Niklas Cox 9 Punkte, Luca Ferreira Hohensee 0 Punkte, Abdi Abdiwahid 4 Punkte, Mo Abdiwahid 0 Punkte, Lasse Nick 0 Punkte, Noah Wierig 8 Punkte, Jakob Zimmermann 0 Punkte,  Jeffrey Eromonsele 6 Punkte.
Die Viertel stellten im Einzelnen folgende Punkteverteilung dar:
Viertel I - 20 zu 10
Viertel II - 20 zu 13
Viertel III - 22 zu 20
Viertel IV - 21 zu 31