Für noch ein wenig mehr Miteinander in Ronsdorf

Ein neues Gartenprojekt im Rehsiepen soll das Gemeinschaftsgefühl stärken

Sobald sich der Winter verabschiedet hat, entsteht hier ein Gartenhaus. (Foto: AS)

(Ro./AS) Der Anfang ist gemacht: Ein wenig schüchtern ragt eine handvoll Zeltheringe aus der gut 20 Zentimeter tiefen Schneeschicht des Flachdaches einer Tiefgarage am Morhennsfeld. Doch sobald der Schnee dem Frühling Platz gemacht hat, soll hier das neueste Projekt der Initiative „Miteinander in Ronsdorf“ Formen annehmen. Dort, wo jetzt die Heringe eine Fläche markieren, werden Gerd Hannes und Samuel Halbach ein Gartenhaus errichten. Ein Gartenhaus, mitten im Quartier Rehsiepen? Ja, denn auf dem Grundstück soll ein Stadtgarten entstehen, an dem sich die Menschen aus den umliegenden Häusern mit Ideen und Kreativität einbringen können und so die Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch gegeben sein wird.
„Die Idee wurde auf einer Fahrt des Sprachcafés unserer Frauen nach Koblenz im letzten Sommer geboren“, erinnert sich Petra Wolf von „Miteinander in Ronsdorf“. Die Initiative gründete sich Ende 2015, als es im Stadtteil eine große Welle der Hilfsbereitschaft für geflüchtete Menschen gab. „Durch die große Anzahl von geflüchteten Familien im Rehsiepen haben sich die Aktivitäten vermehrt auf das Quartier konzentriert“, erinnert sich Mirjam Steinhard. Eine der Hauptaufgaben ist das Schaffen von Raum für die Begegnung auf Augenhöhe, dabei geht es auch um die gemeinsame Freizeitgestaltung und das Überwinden von Sprachbarrieren. Da coronabedingt keine Nachbarschaftsfeste und andere gemeinsame Veranstaltungen möglich sind, sucht man nun nach neuen Möglichkeiten. So kam den gut 25 Mitgliedern der Initiative die Idee des „Urban Gardening“ im Rehsiepen.
„Von der Stadt erhielten wir eine Fläche, die ursprünglich als Spielplatz genutzt werden sollte“, berichtet Kurt von Nolting. Dass der Spielplatz nie gebaut wurde, kam der Initiative jetzt zugute. Das Gartenhaus wurde bereits angeschafft – eine Spende des Vermieters zahlreicher Häuser im Rehsiepen machte den Kauf möglich.
„Nun fehlt es an der Innenausstattung des Hauses“, berichtet Petra Wolf. Gemeint sind Tische und Bänke, aber auch eine kleine Küche.
Später soll ein Bolzplatz am Rand der Fläche entstehen, auch ein Sandkasten für Kinder ist angedacht. Wichtig ist den Initiatoren aber, dass sich alle Menschen im Quartier mit ihren Ideen einbringen. „Alles ist denkbar“, so Wolf, „auch eine Boulebahn wäre eine denkbare Option.“
Für das Projekt rechnen die Ehrenamtler von „Miteinander in Ronsdorf“ mit Kosten von rund 25.000 Euro. „Schon das Aufstellen eines Fußballtors schlägt mit 2.000 Euro zu Buche“, rechnet Wolf vor. Um die Vision des Stadtgartens mit Leben zu füllen, hoffen die Initiatioren nun auf die tatkräftige Hilfe der Menschen im Stadtteil – sowohl finanzielle Unterstützung, als auch „Man Power“ ist gefragt. Wer sich für das Projekt „Miteinander in Ronsdorf“ interessiert, kann sich über die Website der reformierten Gemeinde (www.reformiert-ronsdorf.de) an die Ansprechpartner wenden.
Jetzt hoffen sie aber erst einmal auf die baldige Rückkehr des Frühlings, damit sie mit der Arbeit beginnen und so einen weiteren Beitrag zu einem lebenswerteren Rehsiepen leisten können.

 

Es wird eng am Impfzentrum

Parkplatznot macht auf dem Freudenberg erfinderisch

Sobald sich der Winter verabschiedet hat, entsteht hier ein Gartenhaus. (Foto: AS)Der Großteil der Impflinge kommt mit dem Auto zum Freudenberg. Dies führt zu einer zunehmenden Parkplatzknappheit auf dem Uni-Campus. (Foto: AS)

(W./AS) „Immer öfter kommen Einzelpersonen mit dem Auto zum Impfzentrum und das wird zum Problem, denn die Parkplätze am Impfzentrum werden knapp“, so beschreibt Thomas Eiting vom Presseamt der Stadt Wuppertal die aktuelle Situation auf dem Uni-Campus. Deshalb appelliere der Krisenstab an alle Betroffenen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Taxi zu kommen oder sich zum Impfen bringen zu lassen.
Derzeit werden auf dem Freudenberg knapp 1.500 Menschen täglich geipmft, damit hat das Impfzentrum seine maximale Auslastung erreicht. Um der anhaltenden Parkplatznot zu begegnen, wird die Stadt in Kürze einen zusätzlichen Parkplatz außerhalb des Uni-Campus einrichten. Wer von den Ordnern am Impfzentrum dorthin geschickt wird, sollte allerdings gut zu Fuß sein, wie Thomas Eiting betont: „Der Parkplatz befindet sich im Technologiepark an der Lise-Meitner-Straße.“ Also gegenüber des Impfzentrums, auf der gegenüberliegenden Seite der L 418. „Von dort kann man über eine Fußgängerbrücke die Straße überqueren und ist in fünf Minuten am Impfzentrum.“ Das Presseamt teilt mit, dass die noch nicht erfolgte Ausschilderung der zusätzlichen Parkplätze aber in Kürze erfolgen soll.
Der wichtigste Appell des Krisentabes lautet trotzdem: Wenn möglich, sollte man nicht mit dem eigenen Auto kommen.

 

Leichtsinn und Ignoranz sorgen für Gefahr

Spaziergänger umgehen Verbote bei Baumfällarbeiten im Talsperrenwald

(Ro.) Gutgemeinte Sicherheitshinweise und auch strikte Verbote durch Schilder und Flatterband halten viele Spaziergänger anscheinend nicht davon ab, ihre gewohnten Wegstrecken zu absolvieren. Dabei setzen sie sich höchsten Gefahren aus, denn die Waldarbeiter können beim Hantieren mit schwerem Gerät und bei der Lautstärke der Motorsägen unvorsichtige Artgenossen oft nicht rechtzeitig erkennen. Deshalb wird noch einmal eindringlich vor dem unbedachten Betreten der abgesperrten Gebiete gewarnt. (Foto: db)

 

Das Ronsdorfer Bad gehört längst zum Alltag

Seit 10 Jahren wird das ehemalige Stadtbad in privater Hand geführt

„Kröten“ statt Eier: In diesem Jahr wurden die Ostereier nicht verteilt – dafür wurde in Ronsdorf für das Bandwirker-Bad gesammelt. (Foto: AS)

(Ro./AS) Das Ronsdorfer Schwimmbad blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, doch bisher konnte es allen Widerständen trotzen. Der bekannte markante Bau an der Straße „Am Stadtbahnhof“ wurde als Ersatzneubau im September 1967 mit den Worten „Es geschehen noch Zeichen und Wunder“ von der damaligen Vorsitzenden der Ronsdorfer Bezirksvertretung, Elfride Stremmel, eingeweiht, nachdem zwei Jahre zuvor der erste Spatenstich gefeiert worden war. Die alte Badeanstalt an der Färberstraße – heute Am Stadtbahnhof – musste zuvor wegen zahlreicher Baumängel und Reparaturstaus geschlossen und abgerissen werden.
Den Ronsdorfern stand mit dem Neubau ein eher zweckmäßiges Schwimmbad zur Verfügung: Das einzige, 10 mal 25 Meter große Becken mussten sich Schwimmer mit Nichtschwimmern teilen.
Die anfangs neun vorhandenen Wannenbäder im Untergeschoss wichen schließlich wegen mangelndem Bedarf einem Solarium.
Allen Unkenrufen zum Trotz lernten hier Generationen von Ronsdorfer Kindern das Schwimmen. Sie nutzten „ihr“ Bad zum Planschen, für den Vereinssport, das Frühschwimmen und das Schulschwimmen im Rahmen des Sportunterrichts.
In der Nacht vom 12. auf den 13. Mai 2004 brach ein Feuer im Stadtbad aus. Erste Untersuchungen wiesen auf einen Einbruch mit anschließender Brandstiftung hin. Experten des Wuppertaler Gebäudemanagements prüften die Statik des Gebäudes und die Schäden durch die Rauchentwicklung. Doch das Bad konnte schon bald wieder seine Pforten öffnen und zog die Ronsdorfer weiterhin in seinen Bann. 
Bis zum Jahr 2010, als Wuppertals Stadtkämmerer Dr. Johannes Slawig im Vereinsheim des BTV Ronsdorf/Graben den Ronsdorfern eröffnete, dass er aufgrund der hohen Kosten im Rahmen des Haushaltssicherungskonzeptes um eine endgültige Schließung des Ronsdorfer Stadtbades nicht herumkomme – und damit auf breite Kritik im Stadtteil stieß.
Im Rahmen  einer Initative des Heimat- und Bürgervereins trafen sich interessierte Ronsdorfer zu einem Gespräch in den heute noch vorhandenen Räumen einer Praxis für Ergotherapie am Ascheweg. Die aufgebrachten Bürger setzten alles daran, die drohende Schließung zu verhindern und gründeten schon wenig später einen Förderverein zum Erhalt des Stadtbades. Es folgten zahlreiche Gespräche mit der Stadtverwaltung, bis Ende Februar der damalige Sportdezernent Matthias Nocke zur symbolischen Schlüsselübergabe nach Ronsdorf kam.
Fortan wurde das Bad als „Bandwirker-Bad“ auf privater Basis und mit unendlich viel ehrenamtlichem Engagement fortgeführt. Finanzieren konnte sich der Förderverein bisher aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und aus Eintrittsgeldern sowie den Veranstaltungen, deren Erlöse dem Erhalt des Bades zugute kamen.
Doch weder Veranstaltungen wie das beliebte Weinfest auf dem Bandwirkerplatz, noch Eintrittsgelder können in Zeiten der Pandemie stattfinden – deshalb fallen auch die dringend nötigen Einnanhmen aus den Erlösen ersatzlos weg.
Als eine wahre „Herzensangelegenheit für Ronsdorf“ betrachtet Dorothea Glauner die Aktion des Ronsdorfer FDP-Vorstandes: Während in den Vorjahren immer Eier verteilt werden konnten, haben die Vorstandsmitglieder nun aus eigener Tasche für den Erhalt des Bades gespendet. Immerhin ist so die stolze Summe von 300 Euro zusammengekommen. Damit wolle man ein Zeichen für den Erhalt des Bades setzen, Nachahmer sind herzlich willkommen.
„Wir möchten für alle Generationen etwas in Ronsdorf tun“, bestätigt Martina Hafke. Ihr liegt es am Herzen, dass auch Kinder künftig noch „vor der Haustüre“ das Schwimmen lernen und dass Vereine hier trainieren können. Deshalb ist die Osterspende der Ronsdorfer gern gesehen.
„Jetzt hoffen wir auf neue Mitglieder im  Förderverein, die so durch ihren Beitrag einen Beitrag für Ronsdorf leisten wollen“, betont die Vorsitzende, Margit Deniers-Schlägel, Vorsitzende des Vereins. 
Die Zwangspause wird möglichst sinnvoll genutzt, um anfallende Reparaturen durchzuführen, dabei schielt man sehnsüchtig auf mögliche Lockerungen und darauf, bald wieder für die Ronsdorfer Wasserratten bereit zu sein.
Ein wenig wird es wohl noch dauern, bis das Bandwirker-Bad seine Pforten öffnen kann. In der Zwischenzeit hoffen alle, dass sich weitere Unterstützer und möglichst viele neue Mitglieder den Weg in den Förderverein finden.

 

Eine Frau der ersten Stunde

Bildvortrag über Helene Weber in „Das Gespräch“

Brigitte Gerling-Halbach von der katholischen Gemeinde freut sich auf den Online-Vortrag der Historikerin Elke Brychta am Dienstag. (Foto: AS)

(Ro./AS) Viele Gespräche finden während der Pandemie telefonisch oder online statt. Letzteres gilt auch für die seit vielen Jahren in Ronsdorf etablierte Veranstaltungsreihe „Das Gespräch“ der katholischen Gemeinde Sankt Joseph. Am Dienstag, den 13. April widmet sich die Reihe der Elberfelder katholischen Frauenrechtlerin Helene Weber, die als eine der vier Mütter des deutschen Grundgesetzes gilt. Zu Gast ist ab 19.30 Uhr die Historikerin Elke Brychta aus Wuppertal. Brychta, geboren in Leipzig und aufgewachsen im Ruhrgebiet, leitet zahlreiche Vorträge und Stadtspaziergänge und beschäftigt sich sehr intensiv mit Wuppertals spannender Stadtgeschichte.
„Der Bildvortrag am Dienstag gibt Einlicke in das Leben einer der bedeutendsten Persönlichkeiten aus dem Wuppertal“, berichtet Gastgeberin Brigitte Gerling-Halbach. „Aufgewachsen in einer katholisch-konservativen Familie in der Südstadt, nutzte Helene Weber die Chancen ihre Zeit und setzte sich zielstrebig für die Frauenbildung und die Jugendpflege ein“, so Gerling-Halbach. Die Teilnahme am „Gespräch“ ist wie immer kostenlos. Interessenten sollten sich aber vorher per Mail an „Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!“ mit der Veranstaltungsnummer „510 1004“ anmelden, um die Zugangsdaten zu erhalten. 

 

Vandalismus löst Empörung aus

Erneut wurde die Mosaikbank von Unbekannten zerstört

Schon wieder wurde die Mosaikbank Opfer von blinder Zerstörungswut. (Fotos: AS)

(Ro./AS) Es ist ein Ärgernis, für das Ute Scholl-Halbach überhaupt kein Verständnis hat: Bereits zum zweiten Mal haben sich unbekannte Täter an der farbenfrohen „Kunstrausch“-Bank zwischen Staas- und Markstraße zu schaffen gemacht.
Wie schon im vergangenen Jahr, so rückte man den kleinen Mosaikteilen mit einem spitzen Werkzeug zu Leibe und zerstörte einige der gläsernen Elemente.
„Ich lade den oder diejenigen ein, die sich kreativ an der Mosaikbank zu schaffen gemacht haben, bei mir in der Werkstatt ein Praktikum zu machen“, zeigt sich Scholl-Halbach sarkastisch. „Dort können sie in drei vollen Tagen lernen, wie man die in fünf Minuten verursachten Schäden wieder repariert.“ Ungeklärt ist bei allem Galgenhumor aber die Frage, wer für den Schaden aufkommt. „Wir werden den wohl vierstelligen Betrag aus eigener Tasche bezahlen“, fürchtet Scholl-Halbach. Die Zerstörungswut hat in den sozialen Netzwerken eine Welle der Empörung ausglöst. Auch Unterstützung bei der Instandsetzung wurde dem enttäuschten Kunstrausch-Team bereits angeboten.