Buntes Miteinander prägt das Wohnquartier

Initiative „M.i.R.“ setzt sich für Gemeinschaftssinn im Rehsiepen ein

Kinder und Jugendliche finden im Stadtteiltreff einen Anlaufpunkt. (Foto: db)

(Ro./AS) Es tut sich was im Rehsiepen: Seit ihrer Gründung im Jahr 2015 hat die Initiative „Miteinander in Ronsdorf“ (MiR) vieles bewegen können.
Damals hatte es eine große Hilfsbereitschaft für Geflüchtete im Stadtteil gegeben. Durch die große Zahl von geflüchteten Familien im Quartier Rehsiepen haben sich die Aktivitäten der Helferinnen und Helfer auf das Wohngebiet konzentriert. Immer sind neue Themen hinzugekommen, die nicht nur geflüchtete Familien betreffen. Starthilfe im Alltag, Hilfe bei Verständigungsproblemen und die Zusammenarbeit der Kulturen liegen den Ehrenamtler*innen am Herzen. Ziel aller Beteiligten war es immer, einen Raum für Begegnungen auf Augenhöhe zu schaffen, gleich ob in der Sprache, der Freizeitgestaltung und der Arbeit. So versteht sich die Inititaive als Wegbegleiter im Stadtteil. „Für uns ist die Akzeptanz der verschiedenen Religionen und Kulturen im Miteinander eine wichtige Voraussetzung für das gemeinsame Tun“, berichtet eine Sprecherin von MiR. Dabei lege man Wert auf Integration durch Sprache, auf Eigeninitiative und „freiwilliges Lernen“sowie ein reibungsloses Miteinander auf Augenhöhe.
Im Februar 2019 konnte durch die Bewegung mit der Intention, ein Begegnungs- und Integrationszentrum zu schaffen, eine Dreizimmerwohnung angemietet werden. Parallel wurde ein Netzwerk für die soziale Arbeit im Quartier aufgebaut.
Dabei sind es oft die vermeintlich kleinen Dinge des Alltags, in denen man Hilfestellung geben möchte, beispielsweise beim Ausfüllen von Anträgen, bei Behördengängen oder der Übernahme von Patenschaften von Familien und Einzelpersonen sowie auch eine alltagspraktische Unterstützung. Man möchte da sein für die Menschen, und daran beteiligen sich die Ronsdorfer Gemeinden, die Diakonie, die Caritas und zahlreiche andere Initiativen im Stadtteil, die helfen möchten. Immer ist man dabei auf die Freiwilligen angewiesen, die sich mit ihrem Engagement einbringen, um zu helfen.
Ein weiterer Meilenstein konnte in der vergangenen Woche gefeiert werden: So entstand im Quartier ein sogenannter „Indoor-Spielplatz“, der sich als ein Ort der Begegnung versteht. So gibt es eine Eltern-Kind-Gruppe, immer mittwochs einen „Full Body Workout“ zu Musik für Frauen, eine Kinderwerkstatt, eine Mädchengruppe und einen Selbstverteidigungskurs für Jugendliche.
Dabei ist die Sprache, der Schlüssel zum Alltag, immer wieder eine entscheidende Hürde, der man sich jetzt noch mehr stellen möchte. „In Gesprächen mit Leitungskräften an Schulen und Kindergärten im Stadtteil wurde deutlich, dass es einen großen Bedarf an ganzheitlicher Sprachförderung gibt“, attestiert Sebastian Straßburger von der Freien evangelischen Gemeinde in Ronsdorf. Dabei handele es sich nicht um klassischen Sprachunterricht, sondern darum, Deutsch beim Spielen, Bewegen und Singen zu erlernen. Immer mittwochs gibt es deshalb ein neues Angebot für Kinder im Kindergartenalter und solche, die im August eingeschult werden.
Nicht zuletzt will man durch seine Aktivitäten dafür werben, dass das Leben im Rehsiepen lebenswert ist und möchte einen sogenannten „Quartiersstolz“ etablieren, mit dem sich die Menschen hier heimisch fühlen sollen. Und die Chancen, das gesetzte Ziel zu erreichen, stehen gut, denn gemeinsam mit den geflüchteten Menschen will man Perspektiven entwickeln für eine sichere und lebenswerte Zukunft in Ronsdorf.

 

Der Frühling kann kommen

Picobellotag: Ronsdorf ist wieder blitzblank

Am Samstagvormittag versammelten sich zahlreiche Menschen auf dem Bandwirkerplatz, um den Stadtteil auf Hochglanz zu bringen. (Foto: db)

(Ro./AS) Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung: Unter diesem Motto fanden sich am vergangenen Samstagvormittag trotz bescheidenen Wetters rund sechzig Helferinnen und Helfer jeder Altersklasse auf dem Bandwirkerplatz ein, um sich am Ronsdorfer Großreinemachen zu beteiligen. Hier erhielten sie das nötige Equipment, bevor es an die Arbeit ging. Auch in diesem Jahr haben sich zahlreiche Vereine, die Ronsdorfer Parteien, Institutionen und Schulen, aber auch ganze Familien eingefunden, um Ronsdorf fit zu machen für das Frühjahr.
Dem Heimat- und Bürgerverein (HuB) oblag die Organisation des Piccobellotages. Christel Auer, die Vorsitzende des HuBs war beeindruckt von der Menge der Beteiligten. Ihr Dank gilt daher allen, die sich in diesem Jahr am „Picobellotag“ beteiligt haben, um im wahrsten Sinne des Wortes „vor der eigenen Haustür“ zu kehren und so gemeinsam für ein noch lebenswerteres Ronsdorf zu sorgen.

 

Wird der L 419-Ausbau jetzt zum Politikum?

Die Jahrzehnte alten Planungen zum Ausbau der L 419 im Bereich der Parkstraße seien nicht mehr zeitgemäß. Diese Auffassung vertreten jetzt auch Wuppertals Oberbürgermeister und die Ronsdorfer Sozialdemokraten. (Archivfoto.: AS)

(Ro./AS) Die hitzig geführten Diskussionen zum Ausbau der L 419 im Bereich der Parkstraße werden zu einer unendlichen Geschichte, die nicht nur die Menschen im Stadtteil, sondern auch im Tal, beschäftigt, ja, polarisiert.
Jetzt schaltet sich auch Wuppertals Oberbürgermeister Uwe Schneidewind in die Diskussion um den Ausbau ein: „Wir holen uns ganz viel überregionalen Vekehr über die Südtangente ins Stadtgebiet.“ Dies passe, so der Oberbürgermeister „gar nicht mehr in die Zeit“ – Stichwort Mobilitätswende. Dies werde die Lebensqualität der Menschen in Cronenberg und Ronsdorf „deutlich verschlechtern“, fürchtet Schneidewind.
Der Ronsdorfer Verschönerungsverein (RVV), dessen Gelände vom Ausbau unmittelbar betroffen sein würde, bereitet eine Klage gegen die Ausbaupläne des Landes vor (das SonntagsBlatt berichtete) und erhält jetzt auch Unterstützung von der Initative „Students for Future“. An diesem Samstag findet ein Rundgang durch die Anlagen und entlang der Parkstraße statt. Der Sprecher der Initiative, Jan Klein, kann nicht nachvollziehen, warum das Land an den Ausbauplänen festhält: „Wir wollen mehr Radwege bauen, wir wollen den Nahverkehr voranbringen – da passt der Ausbau der Straße als Autobahn nicht mehr in die Zeit.“ Gerade unter dem Aspekt, dass der Verkehr seine Klimaziele nicht einhalte, eine Fehlentscheidung, hinzu komme, dass schon die Instandhaltung der vorhandenen Straßen nicht funktioniere.
Der Widerstand gegen den Ausbau wächst, und gerade Martin Schwefringhaus vom RVV sieht den Ausbau mit sechs Fahrspuren an der Stelle, wo sich die Anlagen befinden, kritisch. „Ronsdorf bekommt mehr anstatt weniger Verkehr“, ist er sicher.
Oberbürgermeister Uwe Schneidewind hofft auf die Neufassung des Nahverkehrsplans und hofft auf das Engagement der Menschen in Ronsdorf. Große Hoffnungen setzt er auch auf den neuen „BUGA plus“-Radrundweg, der auch die Südhöhen neu erschließen wird. Die sei, so Schneidewind, ein „wichtiger Baustein für eine zukunftsfähige Mobilität in Ronsdorf“.
Greenpeace Wuppertal fordert von der Bezirksregierung und vom Land, das Verfahren zur Planfeststellung der L 419 auf Eis zu legen. Die Stadt solle sich beim Land NRW für ein Planungstop einsetzen. Der Ausbau von Fernstraßen der L 419 bevorzuge den Ferrnverkehr gegenüber dem Nahverkehr und führe nachweislich zur einer Zunahme der Verkehrsnachfrage. „Wir fordern einen Klimacheck der Ausbaupläne gemessen am 1,5-Grad-Ziel.“ Dafür müsse das laufende Planfeststellungsverfahren gestoppt werden.
Auch die Ronsdorfer SPD hat sich nun klar positioniert: „Die SPD Ronsdorf setzt sich dafür ein, dass die Planung zum Ausbau der L419 im jetzigen Umfang verändert wird, bevor ein tatsächlicher Baubeginn erfolgt“, so heißt es in einem Beschluss des Ortsvereins. Man fordere einen „umweltverträglichen und zeitgemäßen Umbau“. Auch sieht man Landesverkehrsminister Oliver Krischer in der Pflicht, das Projekt in der bisherigen Planung zu stoppen. „Wir plädieren für einen kleineren, ökologisch sinnvollen Umbau“, heißt es von den Sozialdemokraten. Zudem unterstütze man die Klage des Ronsdorfer Verschönerungsvereins.
Ursprünglich hatte sich die SPD für den Ausbau der L 419 ausgesprochen – doch seitdem ist viel Zeit ins Land gegangen und der Zuspruch aus dem Jahr 2014 ist längst überholt, da sich nach Auffassung der Sozialdemokraten die Rahmenbedingungen verändert haben.
Ein zusätzlicher Nachteil sei der Umstand, dass die Blombachtalbrücke künftig von der Stadt gewartet und instandgesetzt werden müsse – hier sei in absehbarer Zeit mit extremen Kosten zu rechnen.
Zwar sei sich die SPD darüber im Klaren, dass die Positionierung der Partei oder der Bezirksvertretung keinerlei Einfluss auf Entscheidungen im Rat der Stadt habe, man plädiere jedoch an die Verantwortlichen, das Projekt unter Berücksichtigung der aktuell gewonnenen Erkenntnisse zu stoppen und neu zu planen. „Nur die Klage des Verschönerunsgvereins oder der Landesverkehrsminister können den Ausbau jetzt noch verhindern“, so ein Sprecher der Sozialdemokraten abschließend.

 

TSV Ronsdorf mit deutlichem Auswärtssieg

Auch SSV Germania gewinnt in der Liga und im Pokal

Prosper Malua-Kikangila. (Foto: db)

(Reg./PK) In der Landesliga gelang dem FC Remscheid ein wichtiger Auswärtssieg, der den leichten Trudelkurs der Mannschaft eindämmte und womöglich für die benötigte Ruhe sorgt: Bei der SpVgg Steele 03/09 hieß es am Ende 3:1 zu Gunsten der Röntgenstädter. Am Sonntag steht eine erneute Begegnung mit einem Essener Team an: Der ESC Rellinghausen kommt ins Röntgenstadion. Der Tabellenneunte hat, obwohl nur zwei Tabellenplätze tiefer als der FCR platziert, satte zehn Punkte weniger auf dem Konto. Mit einem Dreier kann sich das Team von Noch-Trainer Marcel Heinemann endgültig im Mittelfeld etablieren. Die Partie beginnt um 15.00 Uhr.
Der TSV 05 Ronsdorf ließ dem SSV Bergisch Born auf dessen Geläuf keine Chance und gewann beim ehemaligen Bezirksliga-Primus mit 4:1 Toren, ein Ergebnis, dass die Zebras nach wie vor auf dem aussichtsreichen zweiten Tabellenplatz drei Punkte hinter dem Tabellenführer, dem ASV Mettmann, hält. Da die Ronsdorfer das viel bessere Torverhältnis vorweisen können, ist der Aufstieg noch nicht abgeschrieben.
Am Mittwoch stand die Kreispokalpartie gegen den FSV Vohwinkel aus der Landesliga an. Das Spiel wurde zum Spektakel, stand nach 120 Minuten 2:2 und endete im Elfmeterschießen mit sage und schreibe 14:15 zu Ungunsten der Zebras, die den ligahöheren Gegner am Rande einer Niederlage hatten. Am Sonntag geht es gegen den direkten Tabellennachbarn: Die 1. Spvg. Solingen-Wald gastiert in der Waldkampfbahn. Die sicher spannende Partie wird um 15:30 Uhr angepfiffen.
Auch der SSV Germania 1900 konnte weitere drei Punkte seinem Konto hinzubuchen: Die Zweite der Sportfreunde Baumberg wurde mit 3:0 Toren abgefertigt. Die Germnia hat als Tabellenachter nunmehr 14 Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang, eine Tatsache, die erst einmal für Beruhigung beim Team sorgen sollte, zumal auch die Pokalpartie beim TSV Beyenburg mit 2:1 gewonnen werden konnte. Der SSV Berghausen erwartete am Freitag (nach Redaktionsschluss) die Germania zum Kräftemessen. Das Team aus Langenfeld ist als 14. der Tabelle stark abstiegsgefährdet.
Die Zweite des TSV 05 Ronsdorf musste die Stärke des Tabellendritten, dem SSV 07 Sudberg, anerkennen. Das Spiel endete mit 2:4, was dazu führte, dass die Ronsdorfer Reserve sich nun auf Tabellenplatz 13 wiederfindet und noch fünf Punkte Abstand zu den Relegationsrängen aufweist. In dieser schwierigen Situation muss das Team am Sonntag beim Tabellenfünften, dem TSV Einigkeit Dornap-Düssel, antreten – ein schwieriger Gang für das Team von Trainer Marcus Scholz.