Perspektiven für einen neuen Talsperrenwald

Ronsdorfer Erlebnisweg soll wieder auf Vordermann gebracht werden

Raum für Neues: Rund um die Talsperre soll der Walderlebnisweg wiederbelebt werden. (Foto: AS)

(Ro./AS) Schon vor mehr als zwanzig Jahren stellte Sylvia Schwanke in ihrer Diplomarbeit fest, dass sich der Waldlehrpfad rund um die Ronsdorfer Talsperre in einem „Zustand befindet, der eine Überholung in thematischer, technischer und vor allem didaktischer Hinsicht nahe legt“.
Das war eine Steilvorlage für den Ronsdorfer Heimat- und Bürgerverein (HuB), der unmittelbar nach der Auflösung des „Fördervereins Ronsdorfer Talsperre“ einen Arbeitskreis gründete, der sich mit einer Neukonzeption des in die Jahre gekommenen, rund 14 Kilometer langen Weges auseinandersetzte. Dabei erarbeiteten die Ehrenamtler einige unterschiedliche Schwerpunktthemen heraus.
So ging es um den Kreislauf des Wassers, um die Welt der Vögel in heimatlichen Gefilden, um die Fauna und Flora im Bergischen Land und um Früchte und die Spuren der Tiere.
Seinerzeit engagierte sich Alexander Schmidt, zu diesem Zeitpunkt Vorsitzender des HuB, für das Projekt. Ihm lag es am Herzen, dass der angeschlagene städtische Haushalt nicht zusätzlich durch das Projekt belastet wurde. Dabei setzte Schmidt auf das Gemeinschaftsgefühl der Menschen im Stadtteil. „Bereits vor der Aktion für den Bandkwirkerplatz haben Bürgerinnen und Bürger, aber auch die Vereine den Stadtteil in die Lage versetzt, das Projekt zu realisieren“, erinnert sich Schmidt. Involviert waren damals die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und das Ressort Grünflächen und Forsten der Stadt Wuppertal. „Ein Schreiner aus dem Forstbetrieb fertigte die elf Gestelle für die Informationstafeln“, so Alexander Schmidt. Dort, wo einst das Talsperrenrestaurant stand, wurde ein sogenanntes Waldklassenzimmer errichtet.
Im Juni 2007 war es dann so weit: Die damalige Bürgermeisterin Ursula Schulz eröffnete in einem kleinen Festakt den „Wuppertaler Walderlebnisweg Ronsdorfer Talsperre“.
Doch allzu lange hielt die Freude über die neue Attraktion im Ronsdorfer Talsperrenwald nicht an: Durch Vandalismus wurden zahlzeiche Stationen schnell zerstört und boten einen eher traurigen als einladenden Anblick.
Der für Ronsdorf zuständige Förster Jan Henrik Frieg erinnert sich daran, dass man schon im Jahr 2015 Teile des Waldlehrpfades zurückbauen musste, weil die „Einrichtungen nicht mehr verkehrssicher waren, oder weil niemand sie benutzte und die Pflege daher keinen Sinn mehr machte“.
Mittlerweile ist nicht mehr viel vom Walderlebnispfad übrig geblieben. So musste das Waldklassenzimmer abgebaut werden, da zahlreiche Tafeln immer wieder zerstört wurden.
Doch man ließ sich nicht von den mutwilligen Beschädigungen abhalten, denn jetzt gibt es Licht am Ende des Tunnels: Bei einem gemeinsamen Ortstermin von Ronsdorfs Bezirksbürgermeister Harald Scheuermann-Giskes, dem Abteilungsleiter des Ressorts Grünflächen und Forsten Sebastian Rabe und Vorstandsmitgliedern des Heimat- und Bürgervereins wurden die Missstände deutlich. „Es ist an der Zeit für eine Wiederbelebung unseres Arbeitskreises“, findet die HuB-Vorsitzende Christel Auer. Als Koordinator konnte Klaus-Günther Conrads gewonnen werden. Nun hofft man einmal mehr auf die Unterstützung der Menschen, Unternehmen und Vereine im Stadtteil.
Die Finanzierung soll aus Mitteln der Ronsdorfer Bezirksvertretung, aber auch durch Spenden erfolgen. „Dazu zählen wir wieder auf Ronsdorfer Firmen, auf Mitbürgerinnen und Mitbürger“, zeigt sich  Christel Auer optimistisch, den Walderlebnisweg schon bald wieder in neuem Glanz präsentieren zu können.
Dabei soll sich die Beachtung nicht nur auf den Stadtteil beschränken, wie Auer betont: „Der Ronsdorfer Walderlebnisweg verdient auch über unseren Stadtteil hinaus Aufmerksamkeit.“ So könne er durchaus auch das Ziel von Touristen mit ihren Familien werden, „wenn wir ihn pädagogisch und biologisch ansprechend gestalten“.

Mit schärferen Regeln in die Normalität

Wuppertal setzt als erste Stadt in Nordrhein-Westfalen auf die 2G-Regelung

Mit der Schließung des Impfzentrums am Freudenberg setzt die Stadt Wuppertal nun weiter auf das mobile Impfangebot. (Foto: AS)

(W./AS) Geimpft oder genesen – das sind die beiden Zugangsregeln für Menschen, die an öffentlichen Veranstaltungen mit mehr als 50 Gästen teilnehmen wollen. Damit setzt die Stadt Wuppertal als erste Kommune in NRW die sogenannte „2G-Regel“ um. So möch­te man mit strengeren Bestimmungen den Weg in die Normalität finden. Dies hat der Rat mit einer großen Mehrheit beschlossen. Die Regelung soll außerdem für das Stadion am Zoo gelten. Sie tritt voraussichtlich schon an diesem Freitag in Kraft. „Ausgenommen von der ,2G-Regel’ sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und natürlich alle Bürgerinnen und Bürger, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können“, erläutert Martina Eckermann vom Presseamt der Stadt Wuppertal. Nun hofft die Verwaltung darauf, dass sich auch Gastronomen und Verwalter  der Regelung anschließen, um die bundesweit fallenden Inzidenzzahlen weiter zu senken.
Seit Montag ist das Impfzentrum auf dem Freudenberg geschlossen, deshalb setzt der Leiter des Krisenstabes Johanens Slawig nun weiter auf die Ausweitung der mobilen Impfangebote. Vieles sei demnach möglich und die Stadt sei Angeboten gegenüber aufgeschlossen. In den letzten Tagen habe es zahlreiche Impfaktionen auf Supermarkt-Parkplätzen und in Einkaufszentren gegeben. Auch eine Impfaktion in der Stadthalle, zu der es Orgelmusik und Waffeln als Anreiz gebe, solle die Impfwilligkeit der Menschen in Wuppertal erhöhen. „Wer sich nicht impfen lassen will, kann nicht damit rechnen, die gleichen Rechte wie Geimpfte zu haben“, verdeutlicht Johannes Slawig. Er begrüßt in diesem Zusammenhang auch die Aussetzung der Lohnfortzahlung für Angestellte, die in Quarantäne geschickt werden, und den Wegfall der kostenlosen Schnell­tests im Oktober. Impfen sei das Gebot der Stunde.
Gesundheitsdezernent Stefan Kühn stellt eine leichte Entspannung der Lage fest. So seien derzeit 930 Menschen in Wuppertal an Covid erkrankt, dies seien rund 30 Prozent weniger im Vergleich zur Vorwoche. Besorgniserregend sei nach wie vor, dass rund 40 Prozent der Neuerkrankten unter zwanzig Jahre alt seien. Hier gelte es weiter, vorsichtig und wachsam zu sein.

 

Jahrhundertalte Musikgeschichte

Jacob und Okumura spielten in der reformierten Kirche

N. Okumura (Flügel), J. David Jacob (Trompete) (Foto: PK)

(Ro./PK) Dreihundert Jahre Musikgeschichte in einer knappen Stunde. Das boten der Trompeter Jonas David Jacob und die Organistin und Pianistin Nana Okumura am Sonntagabend gut 50 Besuchern in der Reformierten Kirche.
Im Mittelpunkt des Programms stand frühe Musik aus dem Barock, aber auch modernere Töne waren zu vernehmen.
Mit Jean Baptiste Loeillet und Pavel Vejvanovsky standen zwei recht unbekannte barocke Komponisten am Anfang des Konzertes. Der strahlende Ton der Trompete kontrastierte angenehm mit dem warmen Klang der Sauer-Orgel. Das musikalische Geschehen verlagerte sich danach von der Empore in den Altarraum. Okumura spielte „Ich ruf zu dir“ von J.S. Bach solo, bevor mit Alan Hovhannes ein amerikanischer Komponist erklang, der hochbetagt im Jahr 2000 verstarb und als große Inspiration die Klänge der Gregorianik in sein Schaffen integrierte. Vier Mazurken von Frederic Chopin, von Okumura wieder solo dargeboten, schlossen sich an. Die Solostimme bei Bachs „Jesu bleibet meine Freude“ spielte Jacob auf einer Barocktrompete, bei der die Ventile - anders als bei herkömmlichen Trompeten - an der Seite des Instrumentes platziert sind. Mit G. Ph. Telemanns „Die Freude“ endete das Konzert schwungvoll und feurig.
Jonas David Jacob wurde 1989 in Berlin geboren und ist als Rechtsanwalt in Wuppertal tätig. Pro Jahr gibt er rund zwanzig Konzerte, zum Teil in kleineren Besetzungen, aber auch gemeinsam mit großen und namhaften Orchestern. Nana Okumura begann im Alter von vier Jahren mit dem Klavierspiel und ist – wie Jonas David Jacob – mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden.
Das Duo ergänzt sich kongenial und klingt homogen.
Das sah das Publikum in der Reformierten Kirche Ronsdorf wohl ebenso und erhielt dank des lang anhaltendem Beifalls eine Zugabe.

 

Ein Koffer mit Geschichten

Jochen Rausch bringt Storys aus dem Tal nach Ronsdorf

Jochen Rausch: Multitalent und stets am Puls der Zeit. (Foto: priv.)

(Reg./kgc) Nach monatelanger Kleinarbeit hat der Arbeitskreis „LIT.ronsdorf“ mit seinen Mitgliedern Monika Diehle (Leitung), Sonja Jungmann, Günter Wülfrath und Klaus-Günther Conrads das Programm für die 14. Ronsdorfer Literaturtage vom 9. bis 30. Oktober verabschiedet.
Anmeldungen sind ab Montag, 27. September 2021 möglich: Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, telefonisch bei Mo­nika Diehle: 02 02 - 4 69 87 62. Der Veranstalter Ronsdorfer Heimat- und Bürgerverein weist darauf hin, dass wegen der coronabedingten geringen Platzangebote der Einlass erst 30 Minuten vor Beginn möglich ist.
„Kein Einlass ohne Anmeldung“, erinnert Monika Diehle.
Storys aus dem Tal
Am Mittwoch, den 20. Oktober 2021 kommt Jochen Rausch aus dem Tal in die Stadtteilbibliothek am Bandwirker­platz, Markt­straße 21.
Der Schriftsteller, Musiker und LIT-Stammgast liest diesmal in gewohnt unterhaltsamer Art Geschichten mit Wuppertaler Lokalkolorit aus seinen Büchern „Rache“, „Trieb“, „Im Taxi“ und aus unveröffentlichten Texten.
Karriere
Jochen Rausch (geboren am 7. April 1956 in Wuppertal) ist ein deutscher Musiker, Journalist und Schriftsteller. Er begann mit 18 Jahren, für die Neue Ruhr Zeitung zu schreiben. Seit den 1980er Jahren ist Rausch in Musik- und Wortsendungen für den Westdeutschen Rundfunk tätig. 2000 wurde er Programmchef des Hörfunkprogramms 1 Live.
Seit 2015 ist er als Leiter des Bereiches Breitenprogramme, in dem die Wellen 1Live, WDR 2 und WDR 4 zusammengefasst sind, zudem Programmchef von WDR 2 und WDR 4. Rausch ist außerdem stellvertretender Hörfunkdirektor des WDR.
Musiker
Nachdem er Ende der 1970er als Sänger und Pianist Mitglied der Band „Die Helden“ war, gründete er mit seinem Jugendfreund Detlev Cremer die Band „Stahlnetz“ und veröffentlichte 1982 ein Album. Heute bildet er mit Cremer das Projekt „LEBENdIGITAL“. 2010 war Rausch Mitglied der deutschen Jury des Eurovision Song Contest.
Schriftsteller
Seit einigen Jahren arbeitet Rausch auch als Schriftsteller. Sein erstes Buch, der Roman „Restlicht“, erschien 2008. Zwei Jahre später folgte die Kurzgeschichtensammlung „Trieb“. 2013 brachte der Berlin-Verlag seinen Roman „Krieg“ heraus, den Kritik und Publikum stark beachteten (auch als Hörbuch mit Ulrich Noethen).
Der Roman wurde von Rick Ostermann verfilmt. Der Film feierte im September 2017 im Rahmen der Filmfestspiele in Venedig Premiere und wurde 2018 auf dem 30. Fernsehfilmfestival Baden-Baden als bester Fernsehfilm des Jahres ausgezeichnet.

 

FCR und TSV erkämpfen jeweils nur einen Punkt

SSV Germania macht sich – Spektakuläre Begegnung auf Linde zwischen Jägerhaus und ASV

Die Gangart auf den Fußballplätzen wird grober. Zweikämpfe werden härter geführt und Verletzungen sind leider an der Tagesordnung, auch wenn oft die „Schauspielerei“ übertrieben wird. (Foto: db)

(Reg./PK) Die Kicker des FC Remscheid taten sich in ihrer Landesliga-Begegnung gegen Blau-Weiß Mintard schwer und mussten am Ende froh sein, mit einem Punkt noch vergleichsweise gut aus der Partie gekommen zu sein. Viele gesperrte Spieler und Verletzte hemmen zur Zeit den Spielfluss der Röntgenstädter. Zu allem Überfluß muss der FCR am Sonntag beim schwerstdenkbaren Gegner antreten: Beim Tabellenführer VfB Speldorf. Die Mannschaft aus Mülheim hat bisher alle Spiele gewonnen und ist mehr als ein Prüfstein für die Jungs von Trainer Heinemann.
Auch der TSV 05 Ronsdorf musste mit einem Punkt vorliebnehmen. Allerdings traten die Zebras beim 1:1 auswärts beim SC Frintrop 05/21 an. Am Dienstag stand noch die schwere Pokalpartie gegen den zwei Klassen höher agierenden SC Velbert an, die der TSV mit 1:5-Toren verlor.
Aber jetzt ist wieder Liga angesagt, wenn auch ein sehr schweres Spiel für das Team um Trainer Denis Levering ansteht: Am Sonntag um 13.00 Uhr tritt der Bezirksliga-Tabellenführer, DJK Adler Frintrop, in der Waldkampfbahn an. Da ist volle Konzentration gefordert.
SSV Germania 1900 konnte nach dem 2:0 im Heimspiel gegen den SC Werden-Heidhausen weitere drei Punkte dem Konto gutschreiben und rangiert nun auf Tabellenplatz sechs.
Am Donnerstag spielte die Germania ein Pokalspiel gegen den Oberligisten SF Niederwenigern und siegte gegen den zwei Klassen höheren Gegner mit 3:2. Und am Sonntag erwartet SV Bayer Wuppertal die Germania zum Kräftemessen. Der Gastgeber ist heimstark und Tabellendritter.
Die Zweite des TSV 05 Ronsdorf konnte TSV Grün-Weiß Wuppertal leider nichts Entscheidendes entgegensetzen und unterlag mit 1:2-Toren. Momentan findet sich das Team in der Kreisklasse A auf einem Abstiegsplatz wieder, was sich jedoch bei nur elf Mannschaften in der Gruppe auch schnell wieder ändern kann.
Ein spektakuläres Spiel gab es „opp Linde“, wo sich der heimische SV Jägerhaus mit dem ASV Wuppertal ein rassiges und torreiches Spiel lieferte, an dessen Ende es 4:4 unentschieden stand.
Am Sonntag kommt es nun zum Derby: Die Ronsdorfer Reserve ist Gastgeber gegen die Linder, die Platz sechs belegen. Das könnte eine „heiße Partie“ geben.