KW27 | 05.07.2026

Weltklasse in der Kirche Tannenhof

Miranda Harding und John Eady spielten zum „Sommerkonzert“

Miranda Harding (Cello) und John Eady (Orgel) beeindruckten mit einem Sommerkonzert in der Kirche der Stiftung Tannenhof. (Foto: LMP)

(Lü./LMP) Pfarrer Uwe Leicht – Geistlicher Vorsteher der Stiftung Tannenhof – konnte am vergangenen Sonntag einen ganz besonderen musikalischen Leckerbissen in der Kirche auf dem Gelände an der Remscheider Straße präsentieren. Mit Miranda Harding am Cello und John Eady an der Orgel begrüßte er zwei Mu­si­ker:innen von Weltrang in Lüttringhausen. Miranda Harding hat bereits etliche Konzerte in Dänemark und Schweden absolviert und ist unter anderem gemeinsam mit Yehudi Menuhin aufgetreten. John Eady ist festangestellter Organist in der geschichtsträchtigen Kirche St. Magnus the Martyr an der London Bridge und hat Musik am King’s College London studiert. Als Komponist hat er bereits Wettbewerbe gewonnen, die von der St. Paul’s Cathedral und der Lincoln Cathedral veranstaltet wurden.
Die beiden starteten ihr Konzert sogleich mit dem Adagio aus der Toccata C-Dur BWV 564 von Johann Sebastian Bach. Es folgte die „Élevation Nr. 2 Andantino ma non troppo“ aus der Feder von Léon Boëllmann, dem französischen Organisten und Komponisten des 19. Jahrhunderts. Leicht und beschwingt kam dann die „Humoresque für Cello und Orgel“ von Joseph Jongen daher, dem belgischen Komponisten, der um 1900 in Berlin Kompositionsstunden bei Richard Strauss genossen hatte. Ein Orgelsolo wurde John Eady mit dem „Andante F-Dur für eine kleine Orgelwalze, KV 616“ von Wolfgang Amadeus Mozart zuteil, bevor auch wieder Miranda Harding in die „Sonate a-moll“ von Giovanni Battista Bononcini einstieg. In dem Stück von Bononcini, der im 18. Jahrhundert als Opernkomponist in London Konkurrent von Georg Friedrich Händel war, führte das Cello durch die Melodie, die von der Orgel sanft untermalt wurde.
Dass Harding auch ganz anders kann, zeigte sie anschließend bei ihrem Solo „Julie-O“ des US-amerikanischen Komponisten Mark Summer, der zu den herausragendsten Cellisten unserer Zeit gehört und für seine Jazz- und Fiddle-Phrasierungen bekannt ist. Die zu „Julie-O“ gehörenden Percussions- und Pizzicato-Techniken klingen ungewöhnlich und wurden von Harding virtuos gespielt. Die volle Klangbreite ihrer Instrumente konnten Harding und Eady dann wieder bei der „Prière für Cello und Orgel“ ausspielen, die aus der Feder des großen Komponisten der Romantik Camille Saint-Saëns stammt. Bei der „Toccata in the Style of Frescobaldi“ des spanischen Cellisten Gaspar Cassadó kam Hardings Cello zunächst äußerst voluminös zum Zuge, um im weiteren Verlauf spritziger zu werden, begleitet von Eadys tiefen Orgeltönen.
Das Konzert endete, wie es begonnen hatte – mit Johann Sebastian Bach. Bei der Arie „Erbarme dich, mein Gott“ aus der Matthäus-Passion übernahm wiederum die Orgel mit gezupfter Cello-Begleitung die Führung. Nachdem das Cello zwischenzeitlich in die Melodie eingestiegen war, folgte erneut ein Orgel-Solo und schließlich ein gemeinsamer, harmonischer Abschluss beider Instrumente und ihrer Interpreten. Harding und Eady hatten damit eine Stunde „Sommerkonzert“ geboten, das durchaus eine größere Konzerthalle verdient gehabt hätte.

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