(Ro./PK) „Bühne frei – Highlights aus Film, Musical und Popmusik“ – so lautete der Titel des traditionellen Sommerkonzertes des gemischten Chors Pro Musica, der seinen Stammsitz in Ronsdorf hat. Wie gewohnt hatte der Chor musikalische Gäste zur Unterstützung des Programms eingeladen: So ist der Pianist Igor Parfenov (diesmal ohne seine erkrankte Ehefrau Maria Parfenova) als Stammgast zu bezeichnen, dazu kamen Rosana Levental (Cello), Cara Megnin (Oboe) sowie der „kleine Chor“ des Ensembles: Spin Off. Das Sommerkonzert fand in der Lutherkirche statt.
Die musikalische Bandbreite des neunzigminütigen Konzertes war enorm: Angefangen mit dem (nur von den Männern) gesungenen „Ich war noch niemals in New York“ von Udo Jürgens ging es über ein schwebendes, beinahe schon ätherisches „Somewhere“ (Leonard Bernstein) zu Elton Johns Popmusik. Die Leiterin des Chores, Renate Schlomski, erwies sich auch als sehr gute Pianistin, die die Cellistin Rosana Levental bei „Der Schwan“ aus dem „Karneval der Tiere“ begleitete. Auch bei Maurice Ravels „Pavane“ trat sie pianistisch in Erscheinung und spielte gemeinsam mit der Oboistin Cara Megnin das impressionistische Werk. Zusammen mit Helga Czischke sang sie im Duett – ebenfalls komponiert von Leonard Bernstein – „Neverland“ aus „Peter Pan“. Gesondert erwähnt werden muss ebenso „Gabriels Oboe“ des italienischen Filmkomponisten Ennio Morricone, in dem die schöne Idee aufgeführt wurde, die betörende Melodie durch Cello und Oboe spielen und den Chor die Harmonien gleichsam summen zu lassen. Auch die beiden Lieder aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu (gesungen von den Damen des Chores) entfalteten ihre Wirkung.
Und zwei „Überstücke“ gab es zu hören und zu bestaunen: Wie es Spin Off mit „nur“ 13 Singenden schaffte, eine a-
cappella-Version von John Farnhams Poprock-Hymne „You’re the voice“ zu gestalten, die so voller Kraft und Herzblut steckte, dass man das grandiose Original getrost vergessen konnte, war schon höchst erfreulich. Aber Igor Parfenov setzte noch einen drauf: Seine Version des „Libertango“ (Astor Piazzolla) war so voller Esprit, Liebe zur Musik und Virtuosität, dass es ein Wunder war, das anschließend das Dach der Kirche noch vorhanden war.
Den Abschluss des Konzertes, das wie üblich von Renate Schlomski souverän geleitet wurde, bildeten die Beatles, deren „All you need is love“ von den mehr als 30 Mitgliedern des Chores in den Strophen im leicht ungewohnten 7/4tel-Rhythmus gesungen wurde, wie es sein soll.
Im Konzert wurden zwei Sängerinnen des Chores für langjährige Mitgliedschaft geehrt: Marie-Luise Walter (für 70 Jahre) sowie Doris Fricke (für 75 Jahre bei Pro Musica).
KW28 | 12.07.2026
Sommerkonzert von Pro Musica
Von Udo Jürgens bis zu den Beatles




