KW37 | 13.09.2026

Orgelherbst gestartet

Musik von Schumann bis Wonder

An der Orgel der reformierten Kirche: Jens-Peter Enk (l.) und sein Duo-Partner Lukas Baumann. (Foto: PK)

(Ro./PK) Beim ersten offiziellen Konzert des Orgelherbstes 2026 in der Reformierten Kirche hatte sich Kirchenmusikdirektor (KMD) Jens-Peter Enk einen kongenialen Partner eingeladen: Lukas Baumann, seines Zeichens Leiter der Wuppertaler Kurrende, musizierte mit dem musikalischen Leiter des Orgelherbstes. Im Mittelpunkt der 60 Minuten stand einmal nicht Johann Sebstian Bach, sondern der romantische Komponist Robert Schumann. Das Konzert begann jedoch mit einem Präludium und Fuge für Orgel zu vier Händen und Füßen des österreichischen Komponisten Johann Georg Albrechtsberger, das durch ein gemäßigtes Tempo und erhabenen Gehalt auffiel. Nur am Ende des Werkes beeindruckte ein mächtiger Pedaleinsatz.
In den Solo-Stücken der beiden Musiker widmete sich Jens-Peter Enk dem Concerto in G-Dur (BWV 592) von Johann Sebastian Bach, ein beinahe leichtes, dreisätziges (schnell – langsam – schnell) Tongemälde, das fast schon heiter klingt, für Musik von Bach eine Ausnahme. Lukas Baumann eröffnete sodann den Reigen der Schumann-Musik mit einer Auswahl aus Stücken der „Kinderszenen“ op. 15, die er auf dem Piano spielte, unter ihnen das berühmte „Träumerei“, das zwischen Leichtigkeit und Bedrängnis pendelnde „Fürchtenmachen“ und das finale „Der Dichter spricht“, allesamt Kleinode der romantischen Klaviermusik. Danach bewies Enk mit Stevie Wonders „You are the sunshine of my life“, dass eine Kirchenorgel sehr wohl swingen kann.
Anschließend durften die rund 100 Konzertbesuchenden einer Neuerung beiwohnen: Jens-Peter Enk begleitete am Flügel Lukas Baumann, der vier Lieder von Robert Schumann sang, alle hochromantisch, alle aus diversen Gesangswerken verschiedener Schaffensperioden des Komponisten. Baumann sang sauber und empathisch, Enk spielte auch als Begleiter seine ganze Kunstfertigkeit aus. Die ließ er ebenfalls beim berühmten „Conquest of paradise“ (aus dem Film „1492 – Die Eroberung des Paradieses“) hören, jener heroischen Melodie, der Enk dank seines Gespürs für Dynamik neues Leben einhauchte. Der offizielle Teil des Programms endete mit dem selten gespielten Opus „Bilder aus dem Osten“, das Robert Schumann als Impromptus für Klavier zu vier Händen fertigte und auf den Schriften des arabischen Dichters al-Hariri basiert. Von den fünf gespielten Stücken des op. 66 hinterließ das letzte mit der seltsamen Satzbezeichnung „Reuig, andächtig“ den stärksten Eindruck.
Nach dem lebhaften Applaus bedankten sich Enk und Baumann mit einer Zugabe, ebenfalls vierhändig am Klavier gespielt: Brahms bekannten fünften Ungarischen Tanz.

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