(Lü./LMP) Am Mittwochmorgen hielt ein Linienbus der Stadtwerke Remscheid (SR) an der Haltestelle am Rathaus Lüttringhausen. Das wäre jetzt nicht so ungewöhnlich, wenn der Bus nicht für ein „Rollatorentraining“ auf dem Zielband ausgewiesen gewesen wäre und er nicht für insgesamt zwei Stunden dort gestanden hätte. Gemeinsam mit der Stadt Remscheid und einem Remscheider Sanitätshaus als Partner, boten die SR wieder einmal Seniorinnen und Senioren die Möglichkeit, ganz in Ruhe den Umgang mit einem Rollator zu üben, insbesondere den Ein- und Ausstieg im Linienbus.
Denn das ist manchmal gar nicht so leicht, selbst wenn der Niederflurbus direkt an der Bordsteinkante steht. So zeigten die Expertinnen und Experten vor Ort, wie man beide Bremsen des Rollators zieht und dann mit dem Fuß auf die Ankipphilfe tritt, um das Gefährt so zu kippen, dass sich die Vorderräder heben. So wird der Einstieg in den Bus erleichtert. Für den Ausstieg gab es unter anderem den Tipp, rückwärts aus dem Bus auszusteigen, um jederzeit einen sicheren Stand zu haben. Für die Fahrt im Bus selbst hatten die SR für alle Teilnehmenden einen Haltegurt als Präsent dabei, mit dem man den Rollator an der Haltestange neben dem Sitzplatz befestigen kann.
Aber auch für den Umgang mit dem Rollator auf dem Gehweg gab es Übungsmöglichkeiten. An der Haltestelle war ein kleiner Parcours aufgebaut, auf dem verschiedene Bodenhindernisse und ein Hütchenslalom bewältigt werden mussten. Hier wurde gezeigt, wie die Bremsen des Rollators auch zum Lenken eingesetzt werden können: Wenn zum Beispiel beim Gehen die linke Bremse richtig dosiert nach oben gezogen wird, steuert der Rollator nach links. Wenn die Bremse anschließend gelöst wird, geht es wieder geradeaus.
„Man kann erkennen, wer schon einmal an einem Rollatortraining teilgenommen hat“, sagt Galina Richter. Sie muss es wissen, denn sie ist selbst Busfahrerin der SR und erlebt die manchmal schwierigen Situationen beim Ein- und Ausstieg, aber auch während der Fahrt, tagtäglich. Ebenso geht es ihrem Fahrerkollegen Thomas Schröter, der diese SR-Aktion in Lüttringhausen ebenfalls begleitete. Für Seniorinnen und Senioren ist die Fahrt mit dem Bus oftmals eine Herausforderung. Ziel des Rollatortrainings ist es, ihnen ein gutes Sicherheitsgefühl im Umgang mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu vermitteln und ihnen somit ein wenig Selbstständigkeit zu geben: „Wir bieten solche Trainings in den Sommermonaten an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet an, und sie sind eigentlich immer gut besucht“, erklärt Frank Berthold, der bei den SR in der Marketingabteilung tätig ist und, neben den Rollatortrainings für die älteren Menschen, auch die alljährliche „Busschule“ für Viertklässler:innen organisiert.
Tipps von den Mitarbeitern des Sanitätshauses gab es wiederum auch für die grundsätzliche Handhabung des Rollators. So sollte man schon bei der Einstellung der Griffhöhe darauf achten, dass sich die Handgelenke – aufrecht und mit locker hängenden Armen zwischen den hinteren Rädern des Rollators stehend – auf gleicher Höhe mit den Griffen befinden und diese mit leicht angewinkelten Armen umfasst werden können. Damit beugt man Haltungsschäden und Rückenproblemen bei der Benutzung vor.
„Ziel ist es, die Mobilität der älteren Menschen im Alltag zu verbessern und sicherer zu machen. Deshalb unterstützen wir diese Aktion“, erklärte Benjamin Scheel, der als Klimaanpassungsmanager bei der Stadt Remscheid tätig ist.
Wer selbst einmal an einem Rollatortraining teilnehmen möchte, hat dazu in diesem Sommer noch an einem weiteren Termin Gelegenheit – am 16. September steht der Stadtwerkebus von 9.00 bis 12.00 Uhr am Teo Otto Theater in Remscheid Mitte.
KW34 | 23.08.2026
In Ruhe den Umgang mit dem Rollator üben
Stadtwerke Remscheid boten in Lüttringhausen ein Rollatortraining an




