KW21 | 24.05.2026

Ikosaeder-Geometrie im Obergeschoss der Natur

Ronsdorfer Schreiner entwickelt ein sehr ungewöhnliches Baumhaus-Design

Die untere Spitze des Baumhauses von Thomas Schwerter befindet sich fünf Meter über dem Boden. (Foto: LMP)

(Ro./LMP) Ein Ikosaeder ist ein Körper mit 20 Seitenflächen, die aus gleichseitigen Dreiecken bestehen. Damit hat ein Ikosaeder 30 gleich lange Kanten und zwölf Ecken und gehört zu den fünf „platonischen Körpern“, die sich durch besonders hohe Symmetrie auszeichnen. Von dieser Symmetrie war der Ronsdorfer Schreiner Thomas Schwerter auf Anhieb fasziniert, als er zum ersten Mal einen Ikosaeder aus Papier gefaltet hatte. Und so entstand die Idee, diese Form als Baumhaus oder auch als Stelzenhaus umzusetzen. Ein solches Ikosaeder-Baumhaus hat Thomas Schwerter nun gebaut und in seinem privaten Garten auf einem Asiatischen Mammutbaum – den er vor 45 Jahren selbst gepflanzt hat – in luftiger Höhe mit einer baumschonenden Aufhängung befestigt. Über eine Stufenleiter und eine hölzerne Brücke gelangt man ins Innere des Hauses, das als Pilotmodell dienen kann. Schwerter hat sich das Design in sechs verschiedenen Varianten patentieren lassen.
Die Atmosphäre in einem Ikosaeder-Raum ist ungewöhnlich, weil man eben normalerweise nur Räume mit vier rechtwinkligen Wänden gewohnt ist – so wirkt alleine der Lichteinfall in Kombination mit der Wärme und dem Geruch des Holzes beinahe mystisch. Das kommt nicht von ungefähr: Schon der griechische Philosoph Platon verband die fünf nach ihm benannten „platonischen Körper“ mit den Elementen, wobei ein Ikosaeder für das Element „Wasser“ steht. „Unsere IkosaederBaum- und Stelzenhäuser verbinden Handwerk, Architektur und Natur zu etwas, das man nicht erklären muss – man erlebt es“, heißt es auf der Homepage zwanzig-12.de, auf der Thomas Schwerter und sein Team ihr Projekt vorstellen.
Ob als Rückzugsort im Baum, als Gästezimmer, Gewächshaus, Schutzhütte, Meditationsraum oder Sauna – die Nutzungsmöglichkeiten eines Ikosaeder-Hauses sind vielfältig. Und auch die Größe ist variabel denkbar. Das Baumhaus in Schwerters Garten hat Kantenlängen von jeweils zwei Metern und ist groß genug, dass vier Erwachsene darin bequem mit Schlafsäcken übernachten können. Schon eine Verlängerung der 30 Kanten um jeweils einen halben Meter würde das Volumen des Raumes jedoch enorm ansteigen lassen. Noch ist das ganze ein Projekt seines Schreinereibetriebes. Gemeinsam mit dem Konstrukteur und Techniker Stephan Hintz und seiner Büroleiterin Andrea Teichmann soll „zwanzig-12“ – so genannt wegen der 20 Flächen und der zwölf Ecken eines Ikosaeders – jedoch eine eigenständige Adresse für die Vermarktung der Häuschen werden.

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