KW46 | 16.11.2025

Die Theatergruppe in St. Josef spielt eine Komödie

Das Ensemble bedankt sich für den frenetischen Applaus. (Foto: PK)

(Lü./PK) Einmal in jedem Jahr spielt die Theatergruppe der katholischen Gemeinde St. Joseph ein Theaterstück für die interessierte Öffentlichkeit, ger­ne eine Komödie und gerne aus Großbritannien. Der Besuch der zumeist an zwei Wochenenden stattfindenden Aufführungen ist stets enorm, die Vorstellungen ausverkauft.
In diesem Jahr hat sich die Theatergruppe das Stück „Hexenschuss oder der Bandscheibenvorfall“ ausgesucht, eine weit über 120 Minuten lange Farce des britischen Autors John Graham. Die Ausgangslage ist recht einfach, verkompliziert sich jedoch minütlich. Der als „Fernseh-Heiliger“ bekannte Peter Raven erleidet einen schweren Hexenschuss („Mein Rücken ist ausgehakt“) und ist fortan bewegungsunfähig. Es erschwert die Lage, dass er diesen Hexenschuss in der Badewanne in der Wohnung seiner Geliebten (die natürlich verheiratet ist) durchmachen muss. Peter Raven, der im TV durch Sätze wie „Die Moral ist das Rückgrat unserer Nation“ auffällt, jammert und beklagt seine Lage herzzerreißend.
Nun kommen andere Menschen zur Handlung hinzu, und jeder muss auf seine Weise darüber belogen werden, wer wer ist und warum das Badezimmer zur Zeit tabu ist. Einer dieser Menschen ist der blinde Klavierstimmer Mr. Phips (Gerd Stratmann), der einige schöne Bonmots beiträgt und helfen soll, Peter aus der Badewanne herauszuholen. „Mit einem Hexenschuss, mein Herz, vergisst man jeden anderen Schmerz“, gibt Mr. Phips von sich und scheitert mit der Befreiung des Geplagten.
Nun erscheint der Ehemann (Daniel Mertmann) der Geliebten, die Sally Hills heißt (Katharina Floer) und will sofort ein Bad nehmen, was weitere Komplikationen verspricht. Leonard Hills ist Pilot, aber da in Heathrow gestreikt wird, ist er unverrichteter Dinge nach Hause geschickt worden.
Langsam kommen immer mehr Lügen zusammen und Sally Hills wird zusehends überforderter mit der Situation. sie erklärt, dass das Bad defekt und das Wasser abgestellt sei. Ein weiteres Problem ist, dass die Wohnung einem anderen Paar für ein paar Tage überlassen werden soll. Plötzlich steht Annabelle vor der Tür, eine Stewardess mit einem leichten Alkoholproblem, wie es scheint.
Und so steigert sich die Handlung in beinahe unüberschaubare Probleme und Schwierigkeiten, die auch Dr. McKenzie (Christof Petig) oder die Agentin von Peter Raven (Gabi Finkenrath) nicht lösen können. Dass geschieht auf andere Weise so pfiffig, dass man es erleben muss.
Und als man das Gemeindezentrum auf der Remscheider Straße nach mehr als zweieinhalb Stunden verlässt, hat man noch immer die Schmerzensschreie von Peter Raven (Benjamin Floer) im Ohr. Aber am Ende wird – natürlich! – alles gut.
Schön, dass der Überschuss, den die Theatergruppe durch Eintrittsgelder und Bewirtung erzielt, zu gleichen Teilen an zwei gemeinnützige Einrichtungen gespendet wird: an das Haus Michael in Dönberg und an „Miteinander in Ronsdorf“,
Die weiteren Aufführungen:
Am heutigen Samstag, den 15. November, spielt das Ensemble direkt zweimal, einmal um 15.00 Uhr, ein weiteres Mal um 19.00 Uhr. Am Sonntag, den 16. November, ist die letzte Vorstellung des Stückes um 16.00 Uhr.

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