KW30 | 28.07.2024

Der Skulpturenpark zeigt zwei neue Ausstellungen

Umfangreiche Werkschau von Eduardo Paolozzi und Berta Fischer im Waldfrieden

Wenn Berta Fischer ihre Plastiken zu Wolken verdichtet, schafft sie Orte, an denen Gravitation und Zeit scheinbar außer Kraft gesetzt sind. (Foto: JoB)

(W.) Im lichtdurchfluteten oberen Ausstellungspavillon des Skulpturenparks Waldfrieden zeigt Berta Fischer die Adaption einer ihrer Arbeiten, die wie eine Wolke im Raum schwebt. Berta Fischer verwendet transparente Materialien wie thermoplastisches Acrylglas in verschiedenen Farben und Größen, um einen subtilen Dialog über die Natur von Form und Licht zu führen. Das Ergebnis ihrer Arbeit erinnert an glänzende oder reflektierende High-Tech-Stoffe und virtuelle Zeichnungen, die im Raum schweben. Jenseits der Schwerkraft machen ihre Arbeiten das Ungeordnete, Chaotische und Unvorhersehbare sichtbar.
Ihre Arbeiten vermitteln eine Leichtigkeit, die für das Werk der Künstlerin charakterischtisch ist. Berta Fischer lebt und arbeitet in Berlin und hat bereits in in zahlreichen internationalen Institutionen ausgestellt.
Anlässlich von Eduardo Paolozzis hundertstem Geburtstag präsentiert der Skulpturenpark in der mittleren und unteren Halle mit Unterstützung der Paolozzi-Foundation eine umfangreiche Werkschau, die neben Skulpturen auch einen Querschnitt des grafischen Oeuvres umfasst.
Eduardo Paolozzi (1924-2005) war einer der eigenwilligsten und vielseitigsten britischen Künstler. In den 1940er Jahren trat er mit einer Serie von Collagen in Erscheinung, in denen er Bilder aus der Populärkultur und Werbung kombinierte. Seine spä­teren kraftvollen Skulpturen und Druc­ke, die seinen anhaltenden internationalen Erfolg begründeten, erforschen das Verhältnis von Mensch und Wis­senschaft. Dabei bedient sich Paolozzi auch in der Skulptur einer Collagetechnik, die Relikte einer technik- und medienbestimmten Kultur in neue Bedeutungszusammenhänge integriert.
„Unsere bisherigen Doppel-Ausstellungen stehen seit unseren Anfängen nie in künstlerisch beabsichtigtem Verhältnis zueinander“, betont Künstler und Hausherr Tony Cragg auf Nachfrage. „Sie sollen immer nur einen Eindruck über die Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten in der Kunst, wie sie auch mich immer wieder überrascht, vermitteln.“
Die Doppel-Ausstellung Berta Fischer und Eduardo Paolozzi wird bis zum 1. Januar 2025 präsentiert.

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