KW26 | 28.06.2026

Der Orgelherbst hat begonnen

KMD Jens-Peter Enk spielte in der Reformierten Kirche

Jens-Peter Enk hat auch nach über einer Stunde Schwerarbeit am Spieltisch der historischen Sauer-Orgel in der Reformierten Kirche gute Laune. (Foto PK)

(Ro./PK) Die Tatsache, dass der Ronsdorfer Orgelherbst in diesem Jahr extrem früh startet, kommentieren Silke Schneider, Kantorin der Reformierten Gemeinde und Jens-Peter Enk, Kirchenmusikdirektor und musikalischer Leiter des Orgelherbstes, so: „Wenn der Orgelherbst im Juni startet, dann darf er auch im Januar 2027 enden.“ Und so wird es wohl auch kommen.
Zum Beginn der Konzertreihe spielte Jens-Peter Enk ein sommerliches Programm auf der historischen Sauer-Orgel, beginnend mit einer Fanfare des finnischen Komponisten Marko Hakanpää bis zum schmissigen Rausschmeißer von George Bizet.
Dazwischen gab es ein buntes Kaleidoskop von alter und neuerer Musik, eine Bandbreite von Johann Sebastian Bach bis zu Stevie Wonder. Dessen unvergessenen Gassenhauer „You are the sunshine of my life“ zelebrierte Enk gleichermaßen als feierlichen Gospel und brachte damit die große Kirchenorgel zum swingen.
In einem Programm mit dem Titel „Summertime“ darf das gleichnamige Stück von George Gershwin natürlich nicht fehlen.
Der Organist spielte den Blues schleppend, als müsse er sich durch den schlammigen Mississippi kämpfen, als stehe trüber Regen bevor. Aber es gab auch lichte und humorvolle Töne im gut einstündigen Konzert: Dafür sorgten zwei Sätze aus dem 13. Orgelkonzert von Georg Friedrich Händel, das „Kuckuck und Nachtigall“ heißt – und auch genau so klingt.
Auch Jürgen Borstelmanns Partita zu „Geh‘ aus mein Herz…“ war ein Stück mit viel Humor. So klingt einer der zehn kurzen Sätze wie alte Swingmusik, ein deftiger Walzer ist Teil der Variationen, ein stetes Auf und Ab an Stimmungen und Tempi.
Dazwischen ein echter „Brocken“: Johann Sebastian Bachs Werk „Toccata, Largo und Fuge“ in C-Dur. Im Kopfsatz ist der Pedaleinsatz bemerkenswert, das Largo ist zart wie Spinnweben im – natürlich! – Sommer, die finale Fuge spielte Enk im recht forschen Tempo.
Das Konzert endete mit Bizet und seiner spanisch gefärbten Musik. Der Applaus in der Reformierten Kirche war gewaltig. Es gab stehende Ovationen der rund siebzig Zuhörenden. Jens-Peter Enk gewährte eine Zugabe und hatte einen der schönsten Musette-Walzer der Musikgeschichte ausgesucht: Die Filmmusik zu „Der Himmel über Paris.“ Himmlisch.

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