(Ro./LMP) Die Geschichte der Bauplanung einer Forensik auf Wuppertaler Stadtgebiet ist lang – fast so lang wie die Geschichte der Verzögerungen beim geplanten Baubeginn.
Diesem zweiten Teil der Geschichte wird nun ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Der Baustart ist nach aktuellem Stand für März 2026 vorgesehen, die forensische Klinik an der Parkstraße könnte somit frühestens im Juni 2028 eröffnet werden.
Zum Hintergrund: Eine forensische Klinik ist eine Einrichtung, in der psychisch oder suchtkranke Straftäter:innen untergebracht werden.
In Ronsdorf werden in der Zukunft ausschließlich suchtkranke Männer aufgenommen. Bereits 2011 wurde seitens des Landes festgestellt, dass es in NRW zu wenig Standorte und Plätze dafür gibt. Unter anderem geriet Wuppertal damals sofort in den Fokus des zuständigen Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Gesucht wurde ein Standort, an dem 150 dringend benötigte Unterbringungsplätze für männliche Straftäter eingerichtet werden können.
Lange Zeit galt die Kleine Höhe an der Grenze zu Velbert als geeigneter Standort (zudem gab es Diskussionen um ein Gelände in Aprath, an der Grenze zu Wülfrath), doch dieser Vorschlag wurde 2020 von einer damaligen Mehrheit aus CDU und Grünen im Stadtrat gekippt. Seitdem wird der Bau der Forensik an der Parkstraße auf dem Gelände neben der dortigen Justizvollzugsanstalt und der Landesfinanzschule geplant. Vorteil dieser Standortwahl war, dass beide Gelände dem Land NRW gehören, so dass die Wuppertaler Kommunalpolitik kaum noch Einfluss auf die Entscheidung an sich nehmen konnte.
Im September 2022 wurde dann vom Land NRW verlautbart, dass der Baubeginn für die Forensik für 2024 und die Fertigstellung für 2026 geplant sei. Immerhin begann man dann auch im Oktober 2024 mit dem Abriss der alten Bundeswehr-Standortverwaltung auf dem Gelände, was man mit viel Fantasie als „Baubeginn“ bezeichnen könnte. Allerdings hieß es damals im gleichen Zuge, dass der eigentliche Bau nun im Juli 2025 in Angriff genommen und die Klinik dann 2027 eröffnet werden sollte. Noch im Januar 2025 hieß es in den Meldungen vom Land, dass man das Vorliegen der Baugenehmigung für März erwarte und der Bau in der zweiten Jahreshälfte beginnen solle.
Der Haken an der Sache ist, dass die Ausschreibung für einen Generalunternehmer zur Durchführung der Bauarbeiten bis heute nicht abgeschlossen ist. Wie die Pressereferentin des Ministeriums Nikola Dünow am Donnerstag gegenüber dem SonntagsBlatt bestätigte, gab es im Zuge der Ausschreibung Rückfragen der Bieter, was zu einer Verlängerung der Bearbeitungszeit der Ausschreibung und zu einem späteren Angebotsabgabetermin geführt habe. Nun solle der Bauauftrag an einen Generalunternehmer im Februar vergeben werden Der Baubeginn sei für März 2026 vorgesehen. Die bauliche Fertigstellung – also die Abnahme der fertiggestellten Gebäude – solle dann nach aktuellem Stand im April 2028 erfolgen.
„Nach anschließenden Möblierungsarbeiten durch den Träger LVR (Landschaftsverband Rheinland, Anm. d. Red.) und einem technischen Probebetrieb können die Patienten frühestens im Juni 2028 die Gebäude beziehen“, stellt Nikola Dünow in ihrer Stellungnahme fest.
Der Abschluss der Erdarbeiten auf dem Gelände – Auffüllungen, Planierungen, Deponieabfuhr – sei im September 2025 bereits erfolgt: „Das Grundstück ist damit für den Beginn der Neubauarbeiten in 2026 vorbereitet“, erklärt Dünow für das Ministerium.
KW47 | 23.11.2025
Baustart für die Forensik verzögert sich weiter
Patienten können frühestens im Juni 2028 die Gebäude beziehen




