KW23 | 07.06.2026

Auf ihrer 1. Platte war Chormusik

Renate Schlomski liebt Klassik, aber heute auch Ed Sheeran

Renate Schlomski und ihre erste Platte, auf der Chormusik zu hören war. (Foto: PK)

(Lü./PK.) Musik war und ist in der Familie von Renate Schlomski allgegenwärtig. Die 1960 geborene Musiklehrerin, die in der Wuppertaler Nordstadt aufgewachsen ist, erzählt von ihrem Großvater, der ausgewiesener Opern-Fan war und eine dementsprechende Sammlung an Langspielplatten besaß. „Opa hat mich oft zur Musikschule, wo ich Klavierunterricht erhielt, hingebracht oder mich dort abgeholt.“
Eine Tante von Renate Schlomski erhielt direkt nach dem Zweiten Weltkrieg eine Anstellung bei den Wuppertaler Bühnen. „Die Vorliebe für Oper und die Operette war in der Familie verankert“, erinnert sie sich. Nicht umsonst sang ihr Vater in einem Männerchor. Und da die Musik-Cassette und die CD noch nicht erfunden waren, war das Singen in der Familie sehr präsent.
Nun war der Plattenspieler in der Familie „heilig“. Sie hätte ihn normalerweise nie benutzen dürfen, habe es aber einfach gemacht. Und so entdeckte sie als Achtjährige die mächtige Tonwelt, die ein Orchester, das gemeinsam mit einem großen Männerchor musiziert, entfachen kann. Obwohl sie kein Fan der Musik von Richard Wagner war und ist, gefiel ihr das Chorstück „Steuermann, lass‘ die Wacht“ aus der Oper „Der fliegende Holländer“ am besten. „Dieses Tonbild hatte es mir angetan“, weiß die Musiklehrerin. „Es war mächtig und voller Energie. Ich war sofort hingerissen.“ Das war einer der vielen Zündfunken, die dafür sorgten, dass Renate Schloms­ki bereits in ihrer Jugend wusste, dass sie Musiklehrerin werden wollte.
Für die Ausweitung des Musikgeschmacks der jungen Renate war ihre Musiklehrerin an der Musikschule verantwortlich. Sie ließ die Elevin Schumann spielen, dessen romantische Musik Renate sehr gefiel. Aber auch die Etuden von Friedrich Burgmüller schätzte sie. Dazu kamen schwerere Kaliber wie Claude Debussy, Bela Bartok und später – natürlich! – Johann Sebastian Bach. „Bach haben wir im Musikstudium von hinten nach vorne analysiert“, berichtet sie. „Das war sehr faszinierend. Ich habe Bach immer dafür bewundert, dass er so viele unterschiedliche Stimmen kontrapunktisch anordnen konnte.“
Renate Schlomski ist in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts musikalisch sozialisiert worden. Die komplette Pop- und Rockmusik dieser besonderen Zeit ist an ihr vorbei- gegangen, ohne sie zu erreichen. „Das war nicht meine Welt“, konstatiert sie. Ausnahmen: Abba, die Beatles und Queen. „Und heute – Ed Sheeran. Ich mag die Art, wie er Musik macht.“ Den harten Rock wie den von Metallica kann sie nur schwer ertragen. Jazz geht, vor allem den Sound von Big Bands findet sie cool. Aber sie braucht zum Genuss von Musik nicht unbedingt menschliche Stimmen, keinen Gesang. „Auch symphonische Konzerte besuche ich gerne“, erzählt sie.
Renate Schlomski sang jahrelang im Ronsdorfer Engelbert-Buhr-Chor. Sie vertrat den Leiter des Ensembles, wenn dieser verhindert war. Und sie fand Gefallen am Dirigieren. „Manchmal kommt man zu Dingen wie die Jungfrau zum Kinde“, sagt sie heute dazu. „Man hat als Dirigentin Verantwortung. Und das ist auch aufregend.“
Nachdem Engelbert Buhr die Leitung des Chores aufgegeben hatte, benannte sich der Chor in „Pro Musica“ um. Renate Schlomski leitet den gemischten Chor aus Ronsdorf seit dem Jahr 2002. „Ich bin ein Kind dieses Chores“, gesteht sie.
Dazu war sie 42 Jahre in der Bergischen Musikschule in Wuppertal aktiv, davon sechs Jahre als Leiterin derselben. Sie sagte sie zum Abschluss des Gesprächs: „Ich empfinde meine musikalische Karriere als sehr abgerundet. Ich lasse mich gerne überraschen, habe aber keine Wünsche mehr.“
Das Sommerkonzert von Pro Musica findet am Samstag, dem 4. Juli, um 15.30 Uhr in der Ronsdorfer Lutherkirche statt.

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