KW39 | 27.09.2026

Erfahrenes Duo mit lateinamerikanischer Musik

Sängerin Ulla Krah (Kontra-Alt-Lage) und der einfühlsame Sebastian Konietzki (Gitarre)

Ulla Krah (Gesang) und Sebastian Konietzki waren zu Gast in der Kirche im Tannenhof (Foto: PK)

(Lü./PK) Das war ein spannendes und entspannendes Konzert in der Kirche im Tannenhof: Die Wuppertalerin Ulla Krah, Sängerin in ungewohnt tiefer Kontra-Alt-Lage („…wie Zarah Leander.“), gestählt in zahlreichen Musikgruppen, die im weiten Umfeld der Klezmer-Musik angesiedelt sind, studierte Romanistin und Germanistin, traf auf den Gitarristen Sebastian Konietzki, ein einfühlsamer Musiker, der durch seine Begleitung auf der akustischen Gitarre die Lieder gleichsam erhöhte und bereicherte. Die beiden spielten und sangen im Programm „Latina Musica“ ausschließlich Musik aus Mittel- und Südamerika.
Dazu begab sich das Duo mit seinen mehr als 40 Gästen auf eine virtuelle Musikreise, die auf Kuba begann und nach einer Stunde in Argentinien endete.
Aber der Reihe nach: Natürlich spielte der Bona Vista Social Club und seine hypnotische kubanische Musik eine gewisse Rolle, ohne die Musik von Antonio Carlos Jobim kann kein Programm dieses Namens existieren und mexikanische Balladen fügten sich nahtlos in das Programm ein. Das „Girl from Ipanema“ (Jobim), das Krah wie im Original vorgesehen auf Spanisch sang (als studierte Romanistin beherrscht sie diese Sprache), ging beinahe nahtlos in die Samba „Mas que nada“ (Sergio Mendes) über – und insbesondere beim swingenden „Agua de beber“ (Jobim) hörte man die nahe Verbindung dieser Musik zum Jazz, auch hervorgerufen durch die hervorragende Begleitung Konietzkis.
Ulla Krahs Stimme ist sicher und sonor, ihre Ansagen informativ und nicht ohne Humor. Ob herzzerreißende Balladen („Besame mucho“) oder hur­tiger Sechsachtel-Rhythmus („Alma llanera – Die heimliche Nationalhymne von Venezuela“), sie sang alles mit Verve und Gefühl und Herzblut.
Und bei einem nicht korrekten Einsatz am Ende des Konzertes bei einem argentinischen Tango menschelte Ulla Krah: Sie lachte über ihren Faux pas und meinte: „Wir haben nix gehört.“ Dann bat sie ihren Gitarristen, noch einmal anzufangen.
Langer und zu Recht begeis­teter Applaus belohnte das Duo.

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