(Lü./PK) Traditionell endete die Spielzeit 2025/26 für die Bergischen Symphoniker mit den Stadtteilkonzerten. Die Musikerinnen und Musiker besuchen ausgewählte Spielstätten in Solingen und Remscheid für eine gute Stunde erlesener Musik.
Das große Orchester wird bei diesen Gelegenheiten ebenso traditionell von der aktuellen Stipendiatin der Symphoniker geleitet. Das ist in diesem Jahr die Deutsch-Jemenitin Samira Nasser, von der bereits jetzt bekannt ist, dass sie in der Folgesaison als Gastdirigentin zurück ins Bergische kommen wird.
Am frühen Sonntagabend stand das letzte Konzert der Symphoniker an: Auf dem Gelände der Heimatspielbühne in Lüttringhausen. Die aufgestellten Sitzgelegenheiten reichten bei Weitem für den enormen Publikumsandrang nicht aus: Zahlreiche Besuchende hatten eigene Sitzgelegenheiten mitgebracht. Insgesamt waren mehr als 600 Gäste zu verzeichnen. Samira Nasser nahm die Konzertbesuchenden auf eine „Reise durch 1001 Nacht“ mit.
Diese musikalische Reise begann mit vielen Streichern und weniger Bläsern in der Ouverture zu „Masques et Bergamasques“ (Gabriel Fauré), mit hörbar beschwingter, leichter Sommermusik, rhythmisch jedoch anspruchsvoll. „Musik ist eine Sprache, die auf der ganzen Welt verstanden wird“, betonte die Dirigentin und bewies es zugleich mit einigen ausgewählten rumänischen Volkstänzen des ungarischen Komponisten Bela Bartok. Ein weiterer großer Name schloss sich an: Camille Saint-Saens, aus dessen Oper Samson und Delila“ ein Zwischenspiel erklang.
An dieser Stelle – etwa zur Mitte des Konzertes – zeigten die Bergischen Symphoniker ihre Klasse. Die Einsätze kamen exakt wie bei einer Stechuhr. Die Musikerinnen und Musiker kennen das Programm sehr gut, so dass Samira Nasser gar nicht viel machen musste. Wahrscheinlich hätten viele unter ihnen große Teile der Musik ohne Notenansicht spielen können.
Der zweite Programmteil bezog Tonschöpfer aus Nahost mit ein. Ein dunkler symphonischer Tanz des aus Syrien stammenden Malek Jendali (die einzigen verschatteten Minuten des Konzertes) und insbesondere die dargebotenen Kleinode des Palästinensers Bilal Irshed, der heute in Kopenhagen lebt, machten großen Spaß, der sich auch auf die Dirigentin übertrug. An einer Stelle zog sich ein hypnotischer 7/8tel Rhythmus durch eine ostinate Bassfigur, über die ein Bläser sich solistisch und improvisatorisch „austoben“ durfte.
Das machte der Dirigentin sichtlich Freude, die, außer zu lächeln, gar nichts tat und die Musiker „einfach machen“ ließ. Das hat viel mit Vertrauen zu tun.
Als Zugabe gab es den berühmten Säbeltanz von Aram Catschaturjan. Und dann natürlich „Standing ovations“.
KW30 | 26.07.2026
Bergische Symphoniker begeistern erneut
Open-Air-Konzert in Lüttringhausen erfreut 600 Gäste




