KW21 | 24.05.2026

Französische Chansons auf Deutsch

Klaus Grabenhorst zu Gast bei den Naturfreunden

Klaus Grabenhorst feiert nächstes Jahr sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. (Foto: LMP)

(Ro./LMP) Der Düsseldorfer Sänger und Erzählkünstler Klaus Grabenhorst fühlt sich bei den Ronsdorfer Naturfreunden fast schon ein wenig zuhause. Am letzten Sonntag hatte er im Rahmen einer Matinee im NaturFreundehaus auf der Luhnsfelder Höhe bereits seinen siebten Auftritt in den letzten zehn Jahren. Diesmal hatte er das Thema „Französische Chansons auf Deutsch“ im Gepäck und bewies eindrucksvoll seine Expertise auf diesem Gebiet.
Grabenhorst, der nächstes Jahr sein 50-jähriges Bühnenjubiläum feiern kann, begann Anfang der 1990er Jahre damit, französischsprachige Chan­sons ins Deutsche zu übersetzen. Und das gestaltete sich mitunter gar nicht so leicht – selbst französische Kolleginnen, die ihm hier und da halfen, taten sich schwer damit, zum Beispiel die raffinierte Lyrik und die mit Anspielungen gespickten Texte eines George Brassens wirklich zu verstehen.
Auf diesen Brassens kam Klaus Grabenhorst denn auch immer wieder zu sprechen. Mit „Der Gorilla“ und „Das Massaker“ präsentierte er zwei Lieder aus dem Fundus dieses Dichters, Schriftstellers und Chansonniers, die gerade auch die frech-anzügliche, teilweise schon vulgäre Seite der Chansontexte jener Zeit der 1950er- und 1960er-Jahre verdeutlichen.
Der 68-Jährige „lebt“ diese Chansons auf seiner Bühne, trägt sie meisterhaft vor und schafft es, den französischen Geist der Stücke mit ihrer Zärtlichkeit, Melancholie und Menschlichkeit mühelos ins Deutsche zu übertragen. Dabei interpretiert er manche Texte mit der lyrischen Leichtigkeit und den verspielten Textschnörkeln eines Reinhard Meys andere wiederum mit den zuweilen derben und manchmal brachialen Zeilenformulierungen eines Wolf Biermann, bleibt aber doch immer dem französischen Charme seiner Originale treu.
Was diese anderthalbstündige Darbietung ausmachte, waren aber darüber hinaus eben auch die vielen Geschichten und Anekdoten, die Grabenhorst über Georges Brassens, Jacques Brel, Juliette Greco oder Edith Piaf erzählen konnte. Und auch seine eigenen Erinnerungen waren absolut hörenswert, schließlich ist er schon im Mainzer „Unterhaus“ und in den Hauptnachrichten des französischen Fernsehens aufgetreten.
Wenn er zwischen zwei Musikstücken die Gitarre beiseitelegte und zu plaudern begann, kam er hier und da zwar „vom Hölzchen auf’s Stöckchen“, wie man so sagt, wenn sich jemand bei seinen Erzählungen etwas verzettelt. Das störte aber überhaupt nicht, im Gegenteil – es war viel zu kurzweilig und interessant, was dieser „Erzählkünstler“ alles zu berichten wusste.
Sein nächster Auftritt bei den Naturfreunden in Ronsdorf ist auch bereits ausgemachte Sache: Im Juni 2027 wird er hier mit einer Hommage an „Reinhard Mey“ gastieren.

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