KW16 | 19.04.2026

33 Jahre Pfarrerin in Ronsdorf: Ruth Knebel

Am 26. April entpflichtet Superintendent Dr. Jochen Denker Pfarrerin Knebel

Pfarrerin Ruth Knebel ist immer mit ganzem Herzen in Aktion und verstand es, die Gemeinde zu motivieren und mit ihr viele neue Ideen umzusetzen. (Foto: db)

(Ro./PK) Der berufliche Weg von Pfarrerin Ruth Knebel, die seit 33 Jahren in der Evangelischen Gemeinde in Ronsdorf tätig ist, geht zu Ende. In einem Gottesdienst wird Superintendent Dr. Jochen Denker die 1962 im rheinland-pfälzischen Argenthal geborene Theologin am 26. April entpflichten und verabschieden. Ruth Knebel hofft, dass es an diesem Tag „nicht zu bombastisch“ werden wird, denn zu viel Aufmerksamkeit auf ihre Person mag sie gar nicht.
Ruth Knebel wuchs in einer christlich geprägten Familie („in einer Dynastie mit starken Frauen“) auf einem Bauernhof auf. „Mit allem, was dazugehört wie Traktorfahren, Kühe melken und so.“
Sie hatte drei Berufswünsche. Da gab es zum einen die Försterin und zum anderen eine zweite Idee: „Ich werde Bankkauffrau, studiere daneben BWL und lerne noch eine exotische Sprache.“ Aber Menschen, die es gut mit ihr meinten, sagten, dass dies wohl nicht das Richtige für sie sei. Auch ein Medizinstudium wäre eine Option gewesen.
Letztendlich wurde Ruth Knebel Pfarrerin, da sie sich im örtlichen CVJM sehr wohl- fühlte und schon immer ein Interesse an Theologie gehabt hatte. Sie studierte in Wuppertal, Tübingen und Bonn – insgesamt 13 Semester.
Ihr Theologieprofessor in Wuppertal, Professor Gerhard Barth, gab ihr den Tipp, sich vor Ort zu bewerben. Das tat sie und hielt am Volkstrauertag 1992 ihre Probe-Predigt. „Das war ein toller Gottesdienst“, erinnert sie sich, „denn ich musste an diesem Tag sechs Taufen vornehmen.“
Im März 1993 wurde Ruth Knebel in ihr Amt an der Lutherkirche in Ronsdorf eingeführt.
Die Begegnung mit Menschen hat sie immer sehr geschätzt – je mehr, desto besser. Diese Offenheit möge die Kirche beibehalten, wünscht sie sich. „Die Kirche soll sich treu und offen bleiben für den Zeitgeist, sich die­sem aber nicht anbiedern.“
Auch der Satz „Tu‘ deinen Mund auf für die Schwachen!“ bleibt für sie eine grundlegende Devise.
Und jetzt? Was macht sie in der Zeit nach ihrem Berufsleben? Sie schmunzelt. „Ich habe mehr Ideen, als in einen Ruhestand passen“, gesteht sie, mag aber noch nicht in Einzelheiten gehen. Sicher ist sie sich immerhin, dass sie ganz viel vermissen werde.
Bei ihrem vielfältigen Engagement als Pfarrerin haben ihr stets Kinder am Herzen gelegen. Ihr Schlafanzug-Gottesdienst wird fehlen. Im wahrsten Sinne des Wortes legendär waren die von ihr organisierten Nah- und Fernreisen für die Gemeinde. Immer wieder konnte sie sich für außergewöhnliche Aktionen erwärmen. An dieser Stelle sei nur die alljährlich festliche Ausgestaltung des Heiligen Abends gemeinsam mit ihrem Mann für sonst einsame Menschen seit 2005 erwähnt.
Dennoch freut sie sich nun darauf, frei von Terminen und Herrin über eben „ihre Zeit“ zu werden. Aus dem Gemeindeleben wird sie sich zurückziehen und heraushalten, auch wenn sie ihren Wohnsitz beibehält. Das Neue solle Raum und Zeit haben, zu wachsen. Nur ihre Konfirmandengruppe ist davon ausgenommen. Diese wird sie noch bis zum Ende im April 2027 – wie immer engagiert – begleiten. „Ach, wissen Sie“, sagt sie zum Schluss, „ich bin eine unverbesserliche Optimis­tin. Am Ende – davon bin ich überzeugt – ist immer alles gut. Und ist es nicht gut, dann ist es auch noch nicht das Ende.“
Der Gottesdienst zu ihrem Abschied beginnt am 26. April um 14.00 Uhr in der Ronsdorfer Lutherkirche.

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