(Ro./LMP.) „Da hört man es wieder“, sagt Dennis Neiß, hebt den Finger und deutet auf die nebenstehende Eibe, während 22 Naturinteressierte um ihn herum mucksmäuschenstill die Ohren spitzen: „Das ist ein Sommergoldhähnchen.“
Und nicht nur dieser kleine Vogel war bei der Vogelstimmenexkursion am vergangenen Sonntag zu hören. Dennis Neiß vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) war an diesem Morgen auf Einladung des Ronsdorfer Verschönerungsvereins (RVV) an den Friedenshort gekommen, um einen Sonntagsspaziergang der etwas anderen Art anzuleiten.
Es ging dabei nicht nur um die Park- und Waldvögel, die man vom Weg aus sehen kann. Amseln, Kohlmeisen, Rotkehlchen und Ringeltauben sind ja schnell mit bloßem Auge erkennbar und gut zu unterscheiden.
Wenn man mit einem Fachmann wie Dennis Neiß unterwegs ist, lernt man die Natur aber auch mit den Ohren zu erfassen und „entdeckt“ so noch viel mehr Vogelarten, die im dichten Geäst und Gesträuch eben schlecht zu sehen, wohl aber gut zu hören sind.
Kleiber, Zilpzalp, Mönchsgrasmücke, Tannenmeise, das Sommergoldhähnchen und sogar eine Misteldrossel konnte der NABU-Experte unter anderem identifizieren.
Für die Teilnehmenden an dieser Exkursion wurde aus dem einfachen Gezwitscher und Gepiepe ringsumher plötzlich ein Wechselspiel unterschiedlichster Gesänge und Tonfolgenmuster, auf die man als Laie so vielleicht gar nicht achten würde.
Darüber hinaus erklärte Dennis Neiß aber auch viele interessante Details über den Lebensraum und die Lebensweise der verschiedenen Vogelarten.
So konnte er dem RVV-Vorsitzenden Martin Schwefringhaus unterwegs auch eine geeignete Stelle zeigen, an der die Anbringung von Nisthilfen für den Waldkauz sinnvoll wäre.
Vielleicht hört man dann bei einer der nächsten Exkursionen dieser Art auch dessen Ruf in der Umgebung zwischen Friedenshort und Parkstraße.
KW16 | 19.04.2026
Vogelvielfalt in den Ronsdorfer Anlagen
Mit NABU und Ronsdorfer Verschönerungsverei auf Vogelstimmenexkursion




