(Lü./LMP) Am vergangenen Dienstag fand an der Gedenkstätte Blaffertsberg in Lüttringhausen wieder eine Kranzniederlegung statt, mit der der Verein „Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall Remscheid“ seit der Einweihung des Denkmals 2022 alljährlich an die Remscheider Sinti und Roma erinnert, die dort am 2. März 1943 verhaftet und anschließend in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert wurden.
Rund 90 Schüler:innen der 9. Klassen des Leibniz-Gymnasiums wohnten der Gedenkveranstaltung bei und legten den Kranz und einzelne Rosen am Denkmal nieder. Die Lüttringhauser Schule hat die Patenschaft für dieses Denkmal an der Klausener Straße übernommen.
Sie seien die wichtigsten Gäste an diesem Vormittag, betonte Hans-Heinz Schuhmacher,Vorsitzender des Vereins „Pferdestall, in seiner Rede. „Keiner der hier Anwesenden trägt Schuld“, betonte Schuhmacher im Hinblick auf die Ereignisse vor 79 Jahren, „Aber wir alle tragen die Verantwortung, dass die Erinnerung aufrechterhalten wird.“
Remscheids Oberbürgermeister Sven Wolf stellte fest, dass den Angehörigen der Volksgruppe der Sinti und Roma unter der NS-Herrschaft großes Unrecht zugefügt wurde. Doch das nächste Unrecht sei ihnen dann nach 1945 widerfahren: „das Unrecht des Schweigens“, weil sie jahrzehntelang keine Anerkennung für ihr Leid erfahren hätten. Das sei heute anders: „Wir stehen an der Seite der Sinti und Roma“, statuierte er. Er sprach ebenfalls seinen Dank an das Leibniz-Gymnasium aus und machte deutlich: „Remscheid ist eine bunte und vielfältige Stadt. Wir stellen uns gegen jede Form von Hass und Hetze in unserer Stadt.“
Peter Richter, NRW-Landesvorsitzender der „Sinti-Allianz Deutschland“, erinnerte an die Geschehnisse von 1943 und mahnte ebenfalls an, dass das Leid der betroffenen Familien lange ignoriert worden sei. Er machte zudem deutlich, dass die Diskriminierung der Volksgruppe in mancherlei Hinsicht immer noch präsent sei. Für seinen abschließenden Appell zitierte er Mahatma Gandhi: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt!“
Für die musikalische Untermalung der Gedenkveranstaltung sorgte der Remscheider Gitarrist und Sänger Ulrich Spormann, der neben zwei deutschsprachigen Stücken auch zwei Lieder in Roma-Sprache für diesen Anlass einstudiert hatte.
KW10 | 08.03.2026
Wolf: „Wir stehen an der Seite der Sinti und Roma“
Kranzniederlegung an der Gedenkstätte Blaffertsberg erinnert an 2. März 1943




