KW46 | 16.11.2025

Akkordeon-Orchester begeistert durch Vielfalt

Eindrucksvoller Konzertnachmittag für 140 Gäste in der Reformierten Kirche

Das Wuppertaler Akkordeon-Orchester spielte in der gut besuchten Kirche. (Foto: LMP)

(Ro./LMP) Rund 140 Musikinteressierte erlebten am vergangenen Samstag einen äußerst stimmungsvollen und abwechslungsreichen Konzertnachmittag in der Reformierten Kirche an der Kurfürstenstraße. Das Wuppertaler Akkordeon-Orchester bot unter der Leitung von Silke Schneider einen breiten Reigen unterschiedlichster Musikrichtungen, der die hohe musikalische Qualität seiner Musiker:innen beweisen konnte.
Wie harmonisch ein Akkordeon-Arrangement ein Klavierstück begleiten kann, zeigte sich dabei bereits beim vorgetragenen 2. Satz des „Klavierkonzerts Nr. 21 KV 467“ von Wolfgang Amadeus Mozart, der von Thomas Jockisch – Vorsitzender des Orchester-Vereins – arrangiert wurde.
Einen weiteren Höhepunkt dieses Herbstkonzerts bildeten die zehn Variationen des Volkslieds „‘s kommt ein Vogel geflogen“, das nach einem Arrangement von Jochen Düsterhaus im Stil verschiedener alter Meister präsentiert wurde. Da wurde aus dem alten Kinderlied mal eine Fuge á la Bach, ein Walzer wie bei Strauß, ein Wiegenlied von Brahms oder sogar die Parodie auf einen preußischen Militärmarsch.
Zumindest alle, die im Publikum noch die Zeiten von Horst Jankowski und seinem legendären „RIAS Tanzorchester“ miterlebten, hatten spätestens nach dem fröhlich-leicht vorgetragenen Stück „Eine Schwarzwaldfahrt“ einen Ohrwurm – und die Bestätigung, dass das Akkordeon-Orchester unter anderem auch im Bereich des „Easy Listening“-Genres zu Hause ist.
Die ausdauerndsten Ovationen in diesem an Höhepunkten wahrlich nicht armen Konzert erntete jedoch das Trio Jan Beekmann, Michael Yakymenko und Lazaros Rousakis. Die drei jungen Nachwuchsmusiker hatten die traditionellen Melodien „Der Stadtlärm ist nicht zu hören“ und „Balkan Dance“ einstudiert – insbesondere das zweite Stück gilt dabei als so herausfordernd, dass dem Trio eigentlich die Zeit bis zum nächsten Frühjahrskonzert zur Vorbereitung eingeräumt worden war. Doch die drei Talente wollten es partout bereits im Herbst präsentieren, steckten allen Ehrgeiz in die mühevollen Übungsstunden und schafften es an diesem Nachmittag die Zuhörenden mit ihrem mitreißenden Spiel restlos zu begeistern.
Dann schlug das Orchester zunächst noch einen Bogen zu bekannten Musical-Melodien. Hier erklangen das Eröffnungsthema von Andrew Lloyd Webbers „Phantom der Oper“ und das Stück „Hail Holy Queen – Salve Regina“ aus dem Film „Sister Act“, das von Thomas Jockisch eigens für das Akkordeon-Orchester arrangiert wurde.
Den Abschluss bildete ein weiterer Ohrwurm, mit dem dieses „Herbstkonzert“ auch gleich die bevorstehende Weihnachtszeit einläutete. Das Thema des Films „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ wird viele in den nächsten Wochen noch oft an diesen gelungenen Konzertnachmittag erinnern.

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