Meine erste Platte: Mit unserer Serie stellen wir Menschen aus dem Sonntagsblatt-Land vor, die mit uns über ihre erste Platte gesprochen haben. Wir werfen einen Blick auf verschiedene Musikgeschmäcker und unterschiedliche Verbindungen zur Musik.
(Ro./PK) Obwohl Heike Teller seit beinahe 45 Jahren in Wuppertal lebt, ist sie rund 270 Kilometer nordöstlich des Bergischen geboren worden: In Letter bei Hannover hat sie 1956 das Licht der Welt erblickt. Ihre Eltern hatten mit Musik nicht so richtig etwas im Sinn. „Der Vater war Bergmann, die Mutter war bei der Bahn. Die beiden hörten – wenn überhaupt – Schlager.“
Das war nicht Heikes Musik. Gemeinsam mit einer Freundin hörte sie – es muss zu Anfang der 1970er-Jahre gewesen sein – Mungo Jerry über die „Summertime“ singen. Das gefiel ihr gut. Und noch etwas später, Heike war 15 oder 16 Jahre alt, besuchte sie die Jugendzentren der Umgebung, und da entdeckte sie „die richtige Musik“: Krautrock (Jane) oder die deutschen ELP, die Triumvirat hießen, aus Köln kamen und mit Jürgen Fritz einen herausragenden Keyboarder hatten, der auch heute noch aktiv ist. Da gab es nur eins: Nach Hannover fahren, dort in ein Schallplattengeschäft gehen und die aktuelle LP von Triumvirat kaufen. Und genau das tat Heike Teller. Es war das Jahr 1975, die LP hieß „Spartacus“, und es war ihre erste Platte.
„Da ich das Elternhaus früh verlassen habe, hatte ich auch recht schnell einen eigenen Plattenspieler“, erzählt die gelernte Chemielaborantin. Und obwohl sich der Musikgeschmack der jungen Frau bald wieder ändern sollte, hört sie „Spartacus“ auch heute noch gerne. Heike Teller wurde gewerkschaftlich aktiv und hörte fortan Hannes Wader, Degenhardt, Milva und Herman van Veen – noch später Ina Deter.
Und 1981 kam sie dann „einer Liebe wegen“ nach Wuppertal. „Ich wurde dann ein bisschen mainstreamig“, sagt sie heute dazu. „Ich fand Queen supergut, konnte aber auch gut die Musik von David Guetta und Paul Kalkbrenner ertragen.“ Und so sieht es auch auf dem Regal aus, auf dem ihre Platten stehen: Einmal quer durch die Musikgeschichte:
alter Jazz, progressiver Rock, Liedermacher, anspruchsvolle Popmusik, für jeden etwas – und für Heike alles.
„Wenn der Jazz zu frei wird, dann kann ich da nichts mehr mit anfangen“, verrät sie. „Und zu hart darf der Rock auch nicht werden. Aber ansonsten geht eigentlich alles.“ Sie erinnert sich gerne an ein Konzert der Rolling Stones. „1980 oder ’81 im Kölner Fußballstadion. Die Musik war gar nicht meins, aber die Atmosphäre. Von der Musik her fand ich Simon & Garfunkel besser, oder Barclay James Harvest. Oder auch das ,offizielle‘ Abschiedskonzert der Scorpions, was es ja dann doch nicht war.“
Und hat Heike Teller, die heute unter anderem im Heimat- und Bürgerverein tätig ist und die soeben zu Ende gegangene LIT.ronsdorf mitorganisiert hat, noch einen Wunsch? Wen möchte sie noch live im Konzert sehen? „Ed Sheeran“, kommt es spontan.




